Stuttgart 21: Wieder Zehntausende auf der Straße

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Polizisten sichern am Montag (04.10.2010) in Stuttgart im Schlossgarten die Baustelle für das Bahnprojekt Stuttgart 21. Laut Veranstalter kamen am Abend über 50 000 Menschen zur sogenannten Montagsdemonstration gegen das Milliardenvorhaben.

Stuttgart - Zehntausende Demonstranten haben im Schlossgarten friedlich gegen das Bahnprojekt “Stuttgart 21“ protestiert. Unterdessen wird der Südflügel des Bahnhofs offenbar zunächst nicht abgerissen.

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Die Polizei berichtete von 25.000 Demonstranten, die Veranstalter sprachen von rund 55.000 Teilnehmern. Bis zum Ende der Veranstaltung verzeichnete die Polizei keine besonderen Vorkommnisse. Bereits am Freitag, einen Tag nach dem Polizeieinsatz, bei dem über 100 Menschen verletzt worden waren, hatten die Teilnehmer eine Rekordteilnehmerzahl von 100.000 Menschen verzeichnet. Die Protestbewegung hat damit nach dem kontrovers diskutierten Polizeieinsatz zur Sicherung der Baustelle und der umstrittenen Fällung von 25 Bäumen am vergangenen Donnerstag erneut Zulauf bekommen.

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Stuttgart 21: Wasserwerfer gegen Demonstranten

Ein Sprecher der Gegner zeigte sich überwältigt: “Wir schaffen es nicht nur, die Leute am Freitagabend auf die Straße zu bekommen, sondern auch am Montagabend um 18.00 Uhr.“ Nach der rund einstündigen Demonstration zogen einige Teilnehmer weiter zu einer Kreisdelegiertenkonferenz der SPD, andere blieben am Bauzaun im Schlossgarten. Bei “Stuttgart 21“ wird der Hauptbahnhof von einer Kopf- zu einer Durchgangsstation umgebaut. Das Projekt soll nach derzeitigen Berechnungen rund vier Milliarden Euro kosten. Seit Monaten gehen Tausende für und gegen das Projekt auf die Straße. Am Donnerstag war die Baustelle im Schlossgarten unter Polizeischutz eingerichtet worden, als sich Demonstranten den Einsatzfahrzeugen in den Weg stellten, ging die Polizei mit Wasserwerfern und Reizgas gegen die Demonstranten vor.

Ministerin: Südflügel wird zunächst nicht abgerissen

Im Streit um das Bahnprojekt “Stuttgart 21“ soll der Südflügel des Bahnhofs zunächst nicht abgerissen werden. Die baden-württembergische Umweltministerin Tanja Gönner (CDU) lehnte einen Baustopp als Vorbedingung für Gespräche mit den Gegnern des Projekts zwar erneut ab. “Wir sind zum Dialog bereit, aber es ist für uns äußerst schwierig, dort einen Baustopp anzubieten“, sagte Gönner am Montagabend im ZDF-“heute-jounral“.

Der Südflügel sei aber für den Baufortschritt nicht notwendig. “Wir werden ihn so bestehen lassen. Und ich glaube, das ist ein Signal“, sagte die Ministerin.

dapd

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