Zeitung druckt Adressen von Kriegsverbrechern

Sarajevo - Ungewöhnliche Maßnahme: Die größte bosnische Zeitung “Dnevni Avaz“ hat die Wohnadressen von elf mutmaßlichen serbischen Kriegsverbrechern veröffentlicht.

Sie sollen für die Ermordung von rund 300 Menschen verantwortlich sein und unbehelligt in Serbien, der serbischen Landeshälfte Bosniens und in Innsbruck in Österreich leben, heißt es in der Ausgabe vom Dienstag. Verantwortlich seien sie für Massaker und Misshandlungen im Jahr 1992 in der Region Ljutocka Dolina nahe der Stadt Bihac im Nordwesten des Landes.

Die angeprangerten Serben hätten sich teilweise selbst gebrüstet, eigenhändig muslimische Zivilisten ermordet zu haben. Die Beschuldigten seien Angehörige der sogenannten 15. Bihac-Brigade gewesen. Die Zeitung beruft sich bei sämtlichen Angaben auf den Verband früherer muslimischer Soldaten.

Im vergangenen Jahr hatte ein Gericht in Bihac fünf Serben wegen 25 Morden zu hohen Gefängnisstrafen verurteilt. Der Bosnienkrieg (1992-1995) war der blutigste der Konflikte nach dem Zerfall des Vielvölkerstaates Jugoslawien. Nach unterschiedlichen Angaben kamen bis zu 200 000 Menschen ums Leben.

dpa

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