Zeuge zeigt Verbindung von Manning zu Wikileaks

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Bradley Manning auf dem Weg zum Gericht

Fort Meade - Ist Bradley Manning am größten Datenleck der US-Geschichte schuld? Ein Zeuge der Anklage legte das nahe. Die Verteidigung stellt dagegen die Datensicherheit im Irakkrieg generell infrage.

Erstmals im Verfahren gegen den mutmaßlichen Wikileaks-Informanten Bradley Manning hat ein Zeuge die mögliche Verbindung des 24-Jährigen zu der Enthüllungsplattform aufgezeigt. Eine Durchsuchung der Computer des Obergefreiten habe ergeben, dass er Geheimpapiere und Videos aus dem Militärnetzwerk kopiert habe, sagte David Shaver, ein Ermittler der US-Armee, am Sonntag (Ortszeit) bei der Anhörung in Fort Meade (Maryland). Genau diese Dokumente seien später bei Wikileaks veröffentlicht worden.

Manning ist angeklagt, während seines Einsatzes als Analyst der US-Armee im Irak Hunderttausende vertrauliche Papiere an Wikileaks weitergegeben zu haben. Die ungehinderte Verbreitung detaillierter Informationen über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie unzähliger Diplomatendepeschen hatten der USA großen internationalen Ärger eingebracht.

Was ist Wikileaks? Sieben Fakten zum Projekt

Was ist Wikileaks? Sieben Fakten zum Projekt

Gegründet wurde Wikileaks im Jahr 2006 nach eigenen Angaben von chinesischen Dissidenten, Journalisten, Mathematikern sowie Technikern von Start-up-Unternehmen aus den USA, Taiwan, Europa, Australien und Südafrika. © dpa
Wikileaks steht nicht in Verbindung mit dem Internetlexikon Wikipedia, benutzt aber das gleiche Programm, das die Bearbeitung durch beliebige Nutzer ermöglicht. Der englische Begriff “leak“ bedeutet “Leck, undichte Stelle“. Die Dokumente werden vor der Veröffentlichung von Mitarbeitern gesichtet und überprüft. © dpa
Wikileaks finanziert sich durch Spenden, der Finanzbedarf lag 2010 bei 600.000 Dollar jährlich. Im Dezember 2010 verhängten Kreditkartenfirmen wie Visa, MasterCard und Western Union eine Blockade gegen Wikileaks. © dpa
Mehr als eine Million Dokumente hat Wikileaks veröffentlicht, seit es Anfang 2007 im Internet startete. © dpa
Offizieller Sitz war zunächst Schweden, später wechselte Wikileaks auf Server in Frankreich und auf etliche Spiegelserver. Als treibende Kraft hinter Wikileaks gilt der Australier Julian Assange. Sein Sprecher Daniel Domscheit-Berg zog sich wegen interner Differenzen aus dem Projekt zurück. © dpa
Im vergangenen Jahr arbeiten fünf Vollzeitmitarbeiter sowie 1000 weitere, teils sporadische Mitarbeiter für das Projekt. © dpa
Rund 100 juristische Verfahren wurden bereits gegen Wikileaks angestrengt, die sämtlich von dem Projekt gewonnen wurden. © dpa

Es seien entsprechende Datenspuren und ganze Dateien auf Mannings Arbeitsrechnern entdeckt worden, sagte Shaver. Ferner habe der Soldat das Internet nach Begriffen durchsucht, die nichts mit seinen Aufgaben zu tun gehabt hätten. So habe er mehr als 100 Mal Informationen über Wikileaks und dessen Gründer Julian Assange finden wollen. Auch habe Manning ein eigenes PC-Programm geschrieben und verwendet, mit dem er große Dateimengen automatisch herunterladen konnte.

Die Verteidigung des 24-Jährigen stellte die gesamte Datensicherheit in dem US-Außenposten in der irakischen Wüste infrage. Mehrere Zeugen sagten aus, dass viele Soldaten unauthorisierte Software und auch raubkopierte Videofilme im Netzwerk und auf ihren Dienstcomputern speicherten. Auch hätten sämtliche Daten aus dem Militärnetz völlig ungehindert auf CD gebrannt werden können.

Die Anhörung soll klären, ob die Beweise für die Eröffnung eines Prozesses genügen. Insgesamt gibt es 22 Anklagepunkte; Hauptpunkt ist “Unterstützung des Feindes“. Die Anhörung soll eine Woche dauern.

dpa

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