Unglück fordert hunderte Verletzte

Pendlerzug bei Mailand entgleist - Zahl der Todesopfer steigt auf vier

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Ein Pendlerzug ist am Bahnhof von Pioltello Limito entgleist. Es gab zwei Tote und mehrere Verletzte. Feuerwehrleute helfen einer Frau aus einem Waggon.

Bei einem Bahnunglück in der Nähe der italienischen Großstadt Mailand sind ersten Medienberichten zufolge mindestens vier Menschen ums Leben gekommen. Viele Menschen seien verletzt worden.

  • Ein Bahnunglück hat sich am Donnerstagmorgen nahe Mailand ereignet.
  • Die Zahl der Toten ist auf vier gestiegen. 110 Menschen sind etwa verletzt worden, zehn von ihnen schwer. Mehrere Menschen wurden in dem Wrack eingeklemmt.
  • Die Unfallursache ist noch unklar, doch es gibt eine Vermutung.

Mailand - Der Pendlerzug war voll besetzt als mehrere Waggons am Donnerstagmorgen entgleisten. Bei einem Bahnunglück in der Nähe der italienischen Großstadt Mailand sind nach ersten Medienberichten mindestens vier Menschen ums Leben gekommen, dies berichtet die italienische Nachrichtenagentur Ansa am Donnerstag.

Pendlerzug war Richtung Mailand unterwegs 

Ein Zug der Bahngesellschaft Trenord war bei der Ortschaft Seggiano di Pioltello östlich von Mailand entgleist, wie das Unternehmen bestätigte. Der Pendlerzug mit der Nummer 10452 war um 05.30 Uhr in Cremona abgefahren und in Richtung Mailand unterwegs. Das Unglück ereignete sich kurz vor 07.00 Uhr morgens.

Nach ersten Erkenntnissen entgleisten drei Waggons. Bei einem der Waggons waren einige Räder etwa zwei Kilometer lang nicht auf den Schienen, schrieb Ansa unter Berufung auf die für die Gleisanlagen zuständige Bahngesellschaft Rete Ferroviaria Italiana (RFI). Einer der drei Waggons kollidierte dann dem Bericht zufolge mit einem Strommasten, woraufhin der Zug entgleist sei. RFI-Sprecher Vincenzo Macello sprach von einem „Strukturversagen des Bahngleises“. Es sei noch zu früh, um genau zu sagen, was passiert sei, betonte er.

Zwei Waggons sind in einem 90-Grad-Winkel verkeilt.

Die Rettungskräfte benötigten drei Stunden, um Tote und Verletzte aus den Trümmern der zerstörten Waggons zu bergen, so Ansa. Die Toten waren allesamt Frauen, sagte der Präsident des Regionalparlaments, Raffaele Lombardo, nach einem Besuch des Unglücksorts.

Zu der Zahl der Verletzten gab es zunächst unterschiedliche Angaben. Etwa 80 Menschen wurden leicht verletzt, so das regionale Gesundheitsministerium. Der Zustand von sieben weiteren sei kritisch, zehn seien schwer verletzt. Ein Sprecher der Feuerwehr sprach in italienischen Medien von 100 Leicht- und 13 Schwerverletzten.

Der Zug bestand RFI zufolge aus vier Waggons, nicht sechs wie zunächst berichtet. An Bord waren etwa 350 Fahrgäste. „Es war Pendlerzeit, der Zug war voll“, sagte Chiara Abrosio von der Polizei in Mailand dem Sender SkyTG24. Die Unglücksstelle sei schwer zugänglich, berichtete Ansa.

Auf Fotos waren Fahrgäste zu sehen, die vor Ort von Helfern versorgt wurden. „Alles war gut, aber auf einmal begann der Zug zu wackeln, dann hörten wir einen Knall und die Waggons entgleisten“, zitierte Ansa einen Fahrgast. Bilder zeigten zwei Waggons, die in einem 90-Grad-Winkel verkeilt waren. Dutzende Feuerwehrleute waren im Einsatz, Verletzte wurden in umliegende Krankenhäuser gebracht. Für Angehörige richteten die Behörden eine Notfall-Hotline ein.

Zugverkehr auf der Strecke unterbrochen

Der Zugverkehr auf der Lokalstrecke wurde unterbrochen, wie RFI mitteilte. Alle in der Region verfügbaren Rettungskräfte sowie Polizisten und Rettungshubschrauber wurden zum Unglücksort gerufen. Ermittler befragten den Lokführer und leiteten eine Untersuchung des Vorfalls ein.

In einer ersten politischen Reaktion forderte der Bürgermeister von Mailand, Giuseppe Sala, zusätzliches Geld für die Bahnsicherheit. Die Regierung in Rom müsse mehr in Infrastruktur investieren, sagte Sala. Es gebe zu große Unterschiede zwischen der Infrastruktur für Hochgeschwindigkeitszüge und dem Regionalverkehr.

Im Juli 2016 waren bei dem Zusammenstoß zweier Passagierzüge an Italiens Adriaküste mehr als 20 Menschen ums Leben gekommen.

afp/dpa/ml

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