VW-Dachgesellschaft

Porsche SE stärkt VW-Führung den Rücken

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Hans Dieter Pötsch ist Vorstandsvorsitzender der VW-Dachgesellschaft Porsche SE. Foto: Stefan Puchner

Die VW-Holding Porsche SE glänzt mit Milliardengewinnen, die schleppende Aufarbeitung des Dieselskandals bringt aber immer noch viele Aktionäre auf die Palme. Die PSE-Spitze hat aber keine Zweifel am Kurs von VW.

Stuttgart (dpa) - Der Autobauer Volkswagen kann bei der Umsetzung seiner Elektro-Strategie weiter auf die Rückendeckung seiner wichtigsten Eigentümer bauen.

Die Porsche SE (PSE) befürworte den Kurs "uneingeschränkt", betonte ihr Vorstandschef Hans Dieter Pötsch am Donnerstag bei der Hauptversammlung der Holding, die die Mehrheit am VW-Konzern hält. "Dies gilt auch für die geplanten Investitionen in Elektromobilität, autonomes Fahren, neue Mobilitätsdienste sowie in Digitalisierung von Fahrzeugen und Werken in einer Größenordnung von rund 44 Milliarden Euro bis 2023", sagte Pötsch.

Kritiker hatten Volkswagen vorgeworfen, sich einseitig auf reine Elektroantriebe zu konzentrieren und alternative Konzepte zu vernachlässigen. Die PSE, die von den Familien Porsche und Piëch kontrolliert wird, hatte ihre VW-Anteile zuletzt noch aufgestockt und hält nun gut 53 Prozent der Stimmrechte. Ein eigenes operatives Geschäft hat sie nicht. Die Sportwagen werden von der Porsche AG gebaut, die wiederum eine VW-Tochter ist.

Dass die PSE nun VW-Chef Herbert Diess demonstrativ den Rücken stärkt, ist kaum verwunderlich. Beide Konzerne sind auch personell eng miteinander verwoben. Pötsch ist zugleich Aufsichtsratschef bei VW. Wolfgang Porsche wiederum, das Oberhaupt der Eigentümerfamilien, ist Aufsichtsratsvorsitzender der PSE und sitzt ebenfalls im VW-Aufsichtsrat.

"Wir sind in der Porsche SE weiterhin davon überzeugt, dass der Volkswagen-Konzern über ein erhebliches Wertsteigerungspotenzial verfügt", betonte Pötsch. VW sei aktuell viel zu niedrig bewertet. Die PSE hält zwar noch andere Beteiligungen und schaut sich auch nach weiteren Investitionsmöglichkeiten um. Ihr Ergebnis hängt aber nahezu ausschließlich davon ab, wie das Geschäft in Wolfsburg läuft.

Kritik von Seiten der Aktionäre gab es wie schon in den Vorjahren vor allem am Umgang mit dem Dieselskandal bei Volkswagen und den Töchtern Audi und Porsche, aber auch an der generellen Ausrichtung der Porsche SE und an der Höhe der Dividende von gut 2,20 Euro je Aktie. Mehr als ihren Unmut äußern können die Aktionäre bei der Porsche SE aber nicht. Ein Stimmrecht haben ausschließlich die Familien Porsche und Piëch.

Informationen zur Hauptversammlung

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