Firmengeheimnisse in Gefahr

Deutsche Unternehmer haben Angst vor Spionage

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Jeder vierte deutsche Unternehmer hat laut Umfrage Angst davor, dass ihm Geheimdienste bei der Arbeit über die Schulter sehen.

Frankfurt/Main - Was weiß die NSA über die deutsche Wirtschaft? Jeder vierte Betrieb fürchtet eine Ausspähung durch ausländische Geheimdienste, wie eine aktuelle Umfrage ergibt.

Viele deutsche Unternehmen fürchten eine Ausspähung ihrer Firmengeheimnisse durch ausländische Geheimdienste. Nach den Veröffentlichungen zur Tätigkeit des US-Geheimdienstes NSA schätzt jeder vierte Betrieb das Risiko der Industriespionage höher ein als zuvor. Dies ergab eine Umfrage der Beratungsgesellschaft PwC, die am Donnerstag in Frankfurt veröffentlicht wurde.

Jedes dritte Unternehmen will demnach die Sicherheit seiner IT-Systeme aktuell überprüfen. 15 Prozent der Firmen erwägen sogar eine Umstellung auf europäische IT-Dienstleister, um sich vor dem Zugriff US-amerikanischer und britischer Dienste zu schützen.

Besonders skeptisch zeigten sich die befragten Manager zur Auslagerung von Firmendaten ins Internet. 54 Prozent erkannten in dem sogenannten Cloud Computing ein hohes oder sogar sehr hohes Sicherheitsrisiko für ihre Daten. Vor den NSA-Enthüllungen hatten erst 31 Prozent derartige Vorbehalte gegen diese IT-Dienstleistung. In einer Zusatzfrage bewerteten 78 Prozent die Cloud-Technologie kritisch bis sehr kritisch. Nur 2 Prozent hielten sie für unbedenklich.

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Nach Einschätzung des PwC-Experten Steffen Salvenmoser werden die Firmen ihre Kommunikation künftig noch stärker verschlüsseln als bislang. Der Umfrage der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg zufolge sichern bereits 37 Prozent ihren E-Mail-Verkehr und 20 Prozent ihre Kommunikation via Mobilfunk ab.

An der Studie zur Wirtschaftskriminalität hatten im Sommer insgesamt 603 Unternehmen mit jeweils mehr als 500 Mitarbeitern teilgenommen. Nach den ersten Enthüllungen des früheren NSA-Mitarbeiters Edward Snowden waren im September dann noch einmal 250 dieser Firmen nachbefragt worden.

dpa

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