Anleger bleiben in Rekordlaune

Dax erstmals über 9500 Punkte

Frankfurt - Zum Jahresende erklimmen die Börsen weltweit Höchststände. Darin spiegeln sich günstige Wirtschaftsperspektiven, vor allem aber die Notenbank-Politik des billigen Geldes, das die Finanzmärkte überschwemmt.

Dem weihnachtlichen Rekord-Aufschwung an den internationalen Aktienmärkten hat sich am Freitag auch die deutsche Börse angeschlossen: Gestützt von guten US-Konjunkturdaten überwand der Dax am Freitag erstmals in seiner Geschichte die Marke von 9500 Punkten. Am Ende des Handelstages stand ein Plus von 1,06 Prozent und ein Höchststand von 9589,39 Punkten. In der abgelaufenen Woche, die aus nur zwei Handelstagen bestand, ergab sich ein Dax-Gewinn von zwei Prozent. Auch der MDax schloss mit einer Bestmarke von 16 625,72 Punkten, was einem Anstieg von 0,81 Prozent entsprach. Der TecDax legte lediglich um 0,02 Prozent auf 1164,43 Punkte zu.

Auch der letzte Handelstag des Jahres könnte nach Einschätzung der Börsenexperten mit einem neuen Rekord enden. „Die Jahresendrally ist voll im Gange und könnte noch ein bisschen weiter gehen“, sagte Marktanalyst Arkadius Barczynski vom Broker GKFX. Am Montag (30.12.) geht die Frankfurter Börse mit einem verkürzten Handel in den Endspurt, an Silvester und an Neujahr bleibt der Handelsplatz dann geschlossen und öffnet erst am Donnerstag wieder.

An der Wall Street hatte der Dow Jones Industrial am Vortag ebenfalls eine Bestmarke gesetzt und seinen Gewinn in den vergangenen neun Handelstagen auf fast fünf Prozent ausgebaut. Der Tokioter Nikkei-225-Index verbuchte am Freitag den höchsten Stand seit mehr als sechs Jahren. Für den europäischen Leitindex EuroStoxx 50 ging es am Freitag um 1,25 Prozent auf 3111,37 Punkte nach oben - ein Fünfjahreshoch. Damit können die wichtigsten Börsenbarometer mit einer eindrucksvollen Jahresbilanz aufwarten: Dax und Dow sind 2013 voraussichtlich um mehr als 25 Prozent gestiegen, der Nikkei um sagenhafte 55 Prozent.

Befeuert werden die globalen Börsen von einer anhaltenden und auch künftig kaum abebbenden Geldschwemme der weltweit wichtigsten Notenbanken. Den Startschuss für die Jahresendrally hatte in der vergangenen Woche die US-Notenbank Fed gegeben. Zwar will sie ab Januar ihre monatlichen Anleihekäufe zur Stützung der Konjunktur erstmals drosseln, an dem auf einem Rekordtief liegenden Leitzins wird sich so schnell aber nichts ändern. Die Unsicherheit sei damit endlich vom Tisch, hatten Marktbeobachter den Schritt der Fed kommentiert.

„Insgesamt vergeben die Notenbanken eine Lebensversicherung für Aktien auch im nächsten Jahr“, kommentierte Robert Halver, Marktexperte bei der Baader Bank. Und auch die Fundamentaldaten sprächen für Aktien: „Die Weltwirtschaft stabilisiert sich 2014 deutlich: Die USA, Japan, die Schwellenländer und selbst Euroland zeigen wirtschaftliche Stärke.“

Unter den Einzelwerten gehörten die Commerzbank-Aktien mit einem Plus von 2,32 Prozent zu den attraktivsten Dax-Werten. Vorstand Martin Zielke hatte für die teilverstaatlichte Bank im Gespräch mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX erste Erfolge beim Umbau des Privatkundengeschäfts reklamiert. Übernahmefantasien um die Tochter T-Mobile US trieben die Aktien der Deutschen Telekom auf den höchsten Stand seit fast sechs Jahren: Sie schlossen 1,33 Prozent höher

Im MDax waren die Titel der Aareal Bank mit gut vier Prozent auf 28,86 Euro erneut Spitzenreiter und schlossen erstmals seit 2008 wieder so weit oben. Für die Titel von Metro ging es um 1,61 Prozent hoch. Das Weihnachtsgeschäft hat den Einzelhändlern in Deutschland zum Schluss noch einmal viel Geld in die Kassen gespült. „Der 23. Dezember war der umsatzstärkste Tag der Vorweihnachtszeit“, sagte der Geschäftsführer des Handelsverbandes HDE, Kai Falk, der Nachrichtenagentur dpa.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere von 1,56 Prozent am Montag auf 1,60 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,16 Prozent auf 132,23 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,62 Prozent auf 138,88 Punkte nach. Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3814 (Dienstag: 1,3684) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7239 (0,7308) Euro.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Maas: Autokäufer dürfen nicht für Diesel-Nachrüstung zahlen
Maas: Autokäufer dürfen nicht für Diesel-Nachrüstung zahlen
Vorsicht, Salmonellengefahr! Lidl und Rewe rufen Produkte zurück
Vorsicht, Salmonellengefahr! Lidl und Rewe rufen Produkte zurück
Alarmierende Studie: So hat Amazon unser Kaufverhalten verändert
Alarmierende Studie: So hat Amazon unser Kaufverhalten verändert
Immer weniger Neuwagen auf Privatkunden zugelassen
Immer weniger Neuwagen auf Privatkunden zugelassen

Kommentare