Benzinpreise sinken weiter

München/Paris - Gute Nachrichten für Autofahrer: Der Preis für Benzin und Diesel ist dank fallender Ölpreise weiter gesunken. Damit ist der Treibstoffpreis schon die zweite Woche in Folge rückläufig.

Die Spritpreise sind die zweite Woche in Folge gesunken. Der Liter Superbenzin kostete am Dienstag im bundesweiten Durchschnitt 1,425 Euro. Das sind 2,6 Cent weniger als noch eine Woche zuvor, wie der ADAC am Mittwoch in München mitteilte. Auch der Dieselpreis verringerte sich um 2,6 Cent auf 1,225 Euro pro Liter. Die Kraftstoffpreise hatten letzte Woche bereits nachgegeben.

Begünstigt werden sinkende Benzinpreise durch den fallenden Rohölpreis an den internationalen Märkten. Bis zum Nachmittag ging der Ölpreis an den internationalen Rohstoffbörsen am Mittwoch auf 76,12 Dollar pro Barrel (159 Liter) zurück. Als Grund gilt der steigende Kurs der US-Währung: Da Rohöl in Dollar gehandelt wird, verteuert sich der Rohstoff für Investoren, wenn die US-Währung steigt.

Energieagentur: Ölnachfrage steigt langsam

Gleichzeitig hat die Internationale Energieagentur (IEA) bekanntgegeben, dass sie einen langsameren Anstieg der Ölnachfrage erwartet. Die Agentur korrigiert ihre Prognosen damit nach unten. Im Jahresdurchschnitt rechnet die IEA 2010 nun mit einer Nachfrage von 86,4 Millionen Barrel pro Tag. Dies würde im Jahresvergleich einem Wachstum um 1,6 Millionen Barrel pro Tag (plus 1,9 Prozent) entsprechen, teilte die Organisation am Mittwoch in Paris mit. Zuletzt war die IEA davon ausgegangen, dass die tägliche Nachfrage um 190 000 Barrel (je 159 Liter) höher liegen wird. Hintergrund der nach unten korrigierten Schätzung sind nach Angaben der Energieagentur vor allem revidierte Basisdaten aus Ländern, die nicht zur OECD gehören. Zudem habe sich die Nachfrage in Asien und im Nahen Osten schwächer erwiesen als erwartet.

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

Die skurrilen Begründungen für steigende Benzinpreise

Die Talfahrt der Ölpreise Anfang Mai bezeichnete die IEA als die stärkste innerhalb von einer Woche seit rund eineinhalb Jahren. In diesem Zeitraum seien die Preise wegen der Schuldenkrise in der Eurozone um mehr als zehn Dollar pro Barrel gefallen. Derzeit notieren die US-Ölpreise um die 75 Dollar je Barrel. Weitreichende Konsequenzen könnte nach Einschätzung der IEA- Experten auch die Explosion der Bohrinsel “Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko haben. Die Auswirkungen auf die aktuelle Produktion in der Region seien zwar gering, aber auf die Branche könnten in Zukunft wesentlich hohe Kosten zukommen, heißt es im neuen Ölmarktbericht. Hintergrund sei unter anderem die Diskussion über schärfere Sicherheitsauflagen und Einschränkungen für das Offshore Leasing. 

dpa / dapd

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