Bericht: Deutsche Bank prüft Kapitalerhöhung

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Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann

New York - Die Deutsche Bank prüft Kreisen zufolge eine Kapitalerhöhung im Volumen von rund neun Milliarden Euro.

Damit wolle das Institut seine Beteiligung an der Deutschen Postbank erhöhen und die Eigenkapitalquoten stärken, berichtete das “Wall Street Journal“ am Freitag unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen. Mit dem Aktienverkauf solle bereits am Montag begonnen werden. Allerdings seien die Pläne noch nicht endgültig festgelegt. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008 hatte die Deutsche Bank annähernd 30 Prozent des heimischen Wettbewerbers Postbank übernommen, um ihre Einlagenbasis zu stärken.

Bis Februar 2012 hat das Frankfurter Institut die Option, einen Mehrheitsanteil an der Bonner Bank zu übernehmen. Die Deutsche Postbank hat einen Marktwert von rund 5,7 Milliarden Euro. Das Institut zu kaufen würde daher voraussichtlich deutlich weniger als neun Milliarden Euro kosten, selbst dann, wenn die Deutsche Bank gezwungen sein sollte, mehr Kapital in die Bank zu pumpen, wie es viele Analysten erwarteten. Ein Sprecher des DAX-Konzerns sagte am Morgen, dass die Bank Marktgerüchte nicht kommentiere.

Am Wochenende treffen sich in der Schweiz die Chefs der Notenbanken und Aufsichtsbehörden der im Basler Ausschuss vertretenen Länder, um die endgültigen Empfehlungen für die Kapital- und Liquiditätsanforderungen an Kreditinstitute auszuarbeiten (“Basel III“). Etliche Banken werden daraufhin gezwungen sein, ihre Kapitalpuffer zu erhöhen. Um die Anforderungen zu erfüllen, werden sie aller Voraussicht nach aber wohl acht bis zehn Jahre Zeit haben.

dapd

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