Bericht: Siemens zieht halbe Milliarde Euro aus Frankreich ab

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Siemens hat eine eigene Bank gegründet.

München - Weiterer Rückschlag für den französischen Bankensektor: Der Siemens-Konzern soll nach Medieninformationen mehr als 500 Millionen Euro von einer großen französischen Bank abgezogen.

Das Geld soll bei der Europäischen Zentralbank (EZB) geparkt worden sein. Hauptgrund dafür sei die Sorge um die künftige Verfassung der Bank gewesen, berichteten “Financial Times“ und “Financial Times Deutschland“ (Dienstag) unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle. Das Unternehmen habe auch von den höheren Zinssätzen der EZB profitieren wollen.

Um welches Geldinstitut es sich handelte, war zunächst unklar. In Paris wurde spekuliert, dass es sich um die ohnehin bereits gebeutelte Société Générale handelte, eine Bestätigung dafür gab es jedoch nicht. Siemens wollte den Bericht nicht kommentieren.

Analysten stuften einen solchen Schritt als folgerichtig ein. “Das passt zur Vertrauenskrise“, sagte Oliver Drebing, Siemens-Spezialist bei Alster Research. Seit Wochen wird an der Solidität französischer Großbanken gezweifelt, unter anderem weil sie hohe Volumen an griechischen Staatsanleihen halten. Die US-Ratingagentur Moody's hatte die Kreditwürdigkeit von Société Générale und Crédit Agricole in der vergangenen Woche herabgestuft. Der Geldtransfer von Siemens fand laut “Financial Times“ vor zwei Wochen statt.

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Nach Einschätzung von Finanzexperten ist bei Unternehmen das Risikobewusstsein gestiegen. Außerdem stehe es “klar in der Verantwortung des Unternehmens, Aktionärsgelder zu besten Bedingungen anzulegen“, sagte Ingo Schachel von der Commerzbank.

Siemens hatte im Dezember von der Bankenaufsicht BaFin die Erlaubnis zum Betreiben von Bankgeschäften in Deutschland erhalten. Die Siemens-Bank war explizit mit der Absicht gegründet worden, sich gegen eine künftige Finanzkrise zu wappnen - die Möglichkeit, Mittel bei der EZB abzurufen und zu deponieren, eingeschlossen. Es gibt in Deutschland nur wenige Unternehmen, die aufgrund des Volumens ihrer Aktiva diese Möglichkeit haben. So hatte der Autohersteller BMW seine Leasing-Gesellschaft mit der BMW-Bank verschmolzen, um EZB-Angebote nutzen zu können.

Laut “Financial Times“ hat Siemens insgesamt zwischen vier und sechs Milliarden Euro bei der EZB deponiert, den Großteil davon als Wocheneinlage.

dpa

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