Vor Milliardenvergleich

Berichte: Deutsche Bank muss Teil des US-Geschäfts opfern

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Deutsche-Bank-Chef John Cryan hat noch einen langen, steinigen Weg vor sich. Foto: Arne Dedert

14 Milliarden Dollar Strafe drohen der Deutschen Bank in den USA. Jetzt zieht sich das kriselnde Geldinstitut nach Medienberichten aus Teilen seines US-Geschäfts zurück.

Berlin (dpa) - Die Deutsche Bank zieht sich Presseberichten zufolge wegen der Verhandlungen über einen Milliardenvergleich in den USA aus einem Teil ihres dortigen Geschäfts zurück. Dies sei Teil der bei Vergleichsgesprächen in den Vereinigten Staaten üblichen Änderungen beim Geschäftsmodell.

Das berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf Finanzkreise. Vor allem das hochspekulative amerikanische Investmentbanking dürfte zur Disposition stehen.

Mögliche Änderungen inklusive des Personalabbaus dürften schon bald verkündet werden. Noch sei aber unklar, wann die Einigung mit den US-Behörden steht, hieß es in dem Bericht. Die Deutsche Bank steht wegen der Verhandlungen mit US-Behörden über einen Vergleich wegen windiger Geschäfte mit Hypothekenpapieren seit Wochen unter Druck.

Zu dem Bericht der "Welt am Sonntag" wollte sich die Bank ebenso wenig äußern wie zu einem der "Süddeutschen Zeitung". Dort hieß es, ein weiterer Rückzug aus dem US-Markt sei im Gespräch. "Das ist inzwischen viel wahrscheinlicher als ein Verkauf etwa der Vermögensverwaltung", sagte ein Insider der Zeitung. Beschlossen sei aber noch nichts.

Die Deutsche Bank beschäftigt in den USA derzeit rund ein Zehntel ihrer etwas mehr als 100 000 Mitarbeiter. Konzernchef John Cryan ringt immer noch mit den Folgen der Finanzkrise und dem Umbau der Bank. Größtes und dringendstes Problem ist derzeit ein Vergleich im Hypothekenstreit. Dabei hat das US-Justizministerium in der ersten Runde 14 Milliarden Dollar verlangt.

Üblicherweise sinkt die Summe im Zuge der Verhandlungen - aber selbst wenn es erheblich weniger wird, könnte es die Rückstellungen der Bank übertreffen. Dies würde die Bank weiter schwächen und brachte zuletzt Spekulationen auch über mögliche Staatshilfen auf.

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