Konsum zieht Wirtschaft aus der Rezession

Wiesbaden - Der private Konsum und die Bauinvestitionen haben die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal aus der Rezession gebracht.

Die Wirtschaft legte im Frühjahr real um 0,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal zu. Das berichtete das Statistische Bundesamt am Dienstag in Wiesbaden und bestätigte seine erste Berechnung. Erstmals seit einem Jahr wuchs die Wirtschaft wieder. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg im zweiten Quartal 2009 um 0,3 Prozent gegenüber den ersten drei Monaten des Jahres. Gegenüber dem zweiten Quartal 2008 ging das BIP allerdings preisbereinigt um 7,1 Prozent zurück.

Zum Wachstum im zweiten Quartal trugen den Angaben zufolge die privaten Konsumausgaben bei, die um 0,7 Prozent zulegten. Die staatlichen Ausgaben erhöhten sich ebenfalls. Auch der Außenhandel trug zu dem Plus bei, nachdem in der Vergangenheit vor allem der drastische Exportrückgang der Wirtschaftsentwicklung gelähmt hatte. Zwar waren die Ausfuhren niedriger als im ersten Quartal, da die Importe aber noch stärker schrumpften, trug der Exportüberschuss zu dem Wachstum bei.

Die Bauinvestitionen stiegen im zweiten Quartal um 1,4 Prozent. Die Investitionen der Unternehmen in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge sanken dagegen um 0,5 Prozent, im ersten Vierteljahr waren sie aber noch um 18,5 Prozent eingebrochen. Die Wirtschaftsleistung wurde von rund 40,2 Millionen Erwerbstätigen erbracht, 0,1 Prozent weniger als ein Jahr zuvor.

Industrieleistung schrumpft dramatisch

Den stärksten Einbruch bei der Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahr verzeichnete den Angaben zufolge die Industrie mit einem Minus von 23,6 Prozent. Die Bruttowertschöpfung des Baugewerbes sank um 2,9 Prozent. Der Bereich Handel, Gastgewerbe und Verkehr verbuchte ein Minus von 6,9 Prozent.

Rückgänge gab es auch im Bereich Finanzierung, Vermietung und Unternehmensdienstleistungen sowie bei Land-, Forstwirtschaft und Fischerei. Ein leichtes Wachstum von 0,3 Prozent erzielten dagegen die öffentlichen und privaten Dienstleister. Der Export brach binnen Jahresfrist um 20,5 Prozent ein. Die Unternehmen investierten in Maschinen, Geräte und Fahrzeuge 23,4 Prozent weniger als im zweiten Quartal 2008. Der Privatkonsum stieg dagegen um 0,5 Prozent und die staatlichen Konsumausgaben um 2,3 Prozent.

Steiniger Weg aus Wirtschaftskrise

Experten der NordLB erklärten, auch wenn für das zweite Halbjahr mit einer sehr robusten Wirtschaftsentwicklung gerechnet werden könne, bleibe der Weg aus der Wirtschaftskrise steinig. “Die Folgen in Form steigender Insolvenzen und Arbeitslosigkeit werden erst im kommenden Jahr voll sichtbar werden.“ Die Commerzbank wies darauf hin, dass die Minuszeichen bei Exporten und Unternehmensinvestitionen im Vergleich zum Jahresbeginn deutlich kleiner geworden seien. Dies lasse auf eine dauerhafte Wende zum Besseren hoffen. Für das dritte und vierte Quartal erwarten die Ökonomen daher einen Zuwachs des Bruttoinlandsproduktes um jeweils 0,8 Prozent gegenüber dem Vorquartal.

dpa/ap 

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