Schleuderpreise

„Ab 0,99 Euro durch Deutschland und Europa“: BlaBlaBus will Flixbus ausstechen

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BlaBlaBus will die alteingesessenen Flixbusse ausstechen mit - tatsächlich - unfassbar niedrigen Preisen

BlaBlaCar drängt mit BlaBlaBus auf den Busmarkt. Dort sitzt schon Marktführer Flixbus mit einem Anteil von 95 Prozent. Mittel zum Zweck für den Marktneuling: aggressive Preispolitik.

Paris/Hamburg - Bisher sah der Fernbus-Alltag in Deutschland so aus: Flixbus war das Verkehrsmittel erster Wahl, wenn man zu gesetzten Zeiten im Rudel sehr günstig in Deutschland und Europa von A nach B wollte. Bei BlaBlaCar loggten sich diejenigen ein, die möglichst noch günstiger und vor allem schneller reisen wollten. Jetzt drängt BlaBlaCar mit „BlaBlaBussen“ auf den Markt und will Flixbus mit Schleuderpreisen Marktanteile abjagen.

„Ab 0,99 Euro durch Deutschland und Europa“, ist der Slogan, mit dem das französische Unternehmen für sein Angebot wirbt. Für den Anfang fahren BlaBlaBusse auf fünf Strecken von Frankfurt am Main über Leipzig nach Berlin, von Dresden über Berlin und Hamburg nach Bremen, von Berlin nach München, von Berlin nach Düsseldorf und von Hamburg nach Düsseldorf. Die erste Tour startete am Montag.

BlaBlaBus plant bis Jahresende in Europa über 70 Linien

Im Juli sind in Deutschland zehn weitere Ziele geplant, darunter Münster, Stuttgart, Karlsruhe und Mannheim, dazu eine Route nach Amsterdam. Bis Jahresende sind 70 Linien mit über 400 Stationen geplant. Das Netz in Frankreich verfügt bereits über 45 Stationen. Tickets gibt es auch offline an DTG-Ticket-Centern in Busbahnhöfen.

Strukturell arbeitet das Unternehmen wie die Konkurrentin Flixmobility mit lokalen Busunternehmen zusammen. Im Interesse der Verkehrssicherheit habe man langjährig aktive Unternehmen mit Fuhrparks von jeweils mehr als zehn Bussen ausgewählt, sagte Christian Rahn, General Manager von Blablacar Deutschland gegenüber Gründerszene.

BlaBlaCar seit Jahren auf massivem Expansionskurs

Auch beim Komfort will BlaBlaBus der Konkurrenz in nichts nachstehen: WLAN, Steckdosen, Toiletten, zwei Handgepäckstücke und ein Großgepäck sind im Preis enthalten. Auch angekündigt: Sichere, freundliche Fahrer. Von den über 75.000 virtuellen Haltestellen aus, die die Nutzer der Mitfahrzentrale bereits nutzen und teilen, sind künftig Zubringerdienste zu Busstationen denkbar.

Seit einiger Zeit ist BlaBlaCar auf Expansionskurs. Zunächst hat es auf dem Mitfahrmarkt sämtliche Konkurrenten vereinnahmt, in Deutschland innerhalb kürzester Zeit mitfahrgelegenheit.de und mitfahrzentrale.de, zuletzt die russische Mitfahrbörse Beepcar und den französischen Mitbewerber Less. Nun ist also das Busgeschäft dran, in Frankreich hat BlabBlaCar sich bereits die Fernbusmarke Ouibus gekrallt.

BlaBlaBus: Flixbus reagiert als Marktführer gelassen

Die Konzernmutter von Flixbus, Flixmobility, reagiert gelassen auf den neuen Mitbewerber. 2018 war Flixbus mit rund 95 Prozent Marktanteil Tonangeber im Fernbusmarkt. Eigenen Angaben zufolge bietet Flixbus Busreisen zu 2000 Orten in 29 Ländern mit täglich rund 350.000 Verbindungen an. „Wir sind harten Wettbewerb gewohnt", teilte ein Sprecher am Montag der ARD mit. Es werde sich zeigen, ob BlaBlaBus anpassungsfähig genug sei, um auf diesen sich schnell wandelnden Markt zu reagieren.

BlaBlaCar rechnet sich gute Chancen gegen Flixbus aus und baut auf die mehr als 6,5 Millionen Kunden, über die es allein in Deutschland bereits im Mitfahrbereich verfügt. „Wir haben ein feingliedriges Netz an Verbindungen“, sagte Rahn.

Zu dramatischen Szenen mit Verletzten kam es bei einem anderen Unfall mit einem Flixbus auf der Autobahn A1 nahe Bramsche bei Osnabrück in Fahrtrichtung Bremen, wie nordbuzz.de berichtet.

sob


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