Stellenabbau droht

Commerzbank muss Gürtel enger schnallen

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Die Commerzbank muss rechnen.

Frankfurt/Main - Die Commerzbank feilt an einem Sparprogramm. Noch verrät der Vorstand nicht, wo er den Rotstift ansetzen wird. Als sicher gilt, dass der Konzern um Stellenstreichungen nicht herumkommen wird.

Bei der Commerzbank zeichnet sich immer deutlicher ein weiterer Stellenabbau ab. Fast täglich kursieren neue Zahlen, wie der teilverstaatlichte Konzern auf den Gewinneinbruch im ersten Halbjahr reagieren will.

Offiziell zeigt sich der Vorstand bedeckt: „Das kommentiere ich nicht“, sagte Commerzbank-Chef Martin Blessing am Donnerstag in Frankfurt zu Meldungen, wonach im zuletzt schwächelnden Privatkundengeschäft 1000 bis 1800 Stellen auf der Kippe stehen.

Der Manager stimmte die Banken insgesamt jedoch auf magere Zeiten ein: „Die Profitabilität in der Branche wird zurückgehen.“ Dass die Commerzbank wie andere Institute - etwa die Deutsche Bank - darum zum Rotstift greifen muss, ist unstrittig. „Der Stellenabbau in der Branche wird weitergehen, auch bei der Commerzbank“, sagt ein Branchenkenner.

Blessing verwies auf den 8. November: Zur Vorlage der Zahlen für das dritte Quartal will sich der Vorstand des Dax-Konzerns zu seiner neuen Strategie äußern. Bereits zur Vorlage der Halbjahreszahlen Anfang August war von Stellenabbau und Filialschließungen die Rede. Im Zuge der Integration der Dresdner Bank war der Abbau von 9000 Vollzeitstellen beschlossen worden. Dieser ist größtenteils erledigt.

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Klar ist, dass das Privatkundengeschäft im Fokus des neuen Sparkurses steht. In der Sparte haben sich vier Jahre nach der Dresdner-Übernahme die großen Hoffnungen bislang nicht erfüllt. Im ersten Halbjahr 2012 verdiente die deutsche Nummer zwei im Privatkundengeschäft operativ nur noch 126 Millionen Euro und damit mehr als ein Drittel weniger als im Vorjahreszeitraum. Im zweiten Quartal konnte die Commerzbank in der Sparte einen Verlust nur dank des Beitrags der Online-Tochter Comdirect verhindern.

„Insgesamt ist das operative Ergebnis im Segment Privatkunden nicht zufriedenstellend“, hatte Finanzvorstand Stephan Engels zur Vorlage der Halbjahreszahlen gesagt. „Wir werden die strategische Weiterentwicklung des Segments vorantreiben“, erklärte Engels, die Kosten kämen „konsequent“ auf den Prüfstand.

Spekuliert wird seither nicht nur über Stellenabbau, sondern auch über Änderungen im Filialnetz. Beschlossen ist, dass bis Ende 2012 die Zahl der Filialen von etwa 1600 auf 1200 verringert werden soll. Aktuell sind es 1290. Mit einem Kahlschlag rechnen Branchenkenner nicht, als denkbar gelten etwa flexiblere Öffnungszeiten und spezialisierte Angebote in den Geschäftsstellen.

dpa

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