Bestellungen stark zurückgegangen

Boeing im Sturzflug: Auslieferungen brechen ein

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Eine Boeing des Typs 737 Max 8 hebt an einem Flughafen ab.

Boeing verzeichnet für das Jahr 2019 enorme Einbußen an Flugzeugverkäufen. Grund sind die beiden Abstürze der 737-MAX-Reihe.

Chicago - Die zwei Abstürze der Boeing 737-Serie sorgen nun auch für einen Einbruch der Auslieferungszahlen bei Boeing. Wie der US-Luftfahrtriese mitteilt, haben die weltweiten Startverbote zu einem starken Rückgang der Bestellungen geführt.

So gingen im ersten Quartal 89 Maschinen der 737-Serie an die Kundschaft, wie der Konzern kürzlich mitteilte. Im Vorjahreszeitraum waren es noch 132 gewesen. Bei den Auslieferungen von Verkehrsflugzeugen insgesamt gab es einen Rückgang von 184 auf 149 Maschinen.

Boeing steckt in der Krise nach zwei Flugzeugabstürzen 

Nach zwei Abstürzen baugleicher Flugzeuge in Indonesien und Äthiopien, bei denen innerhalb weniger Monate insgesamt 346 Menschen starben, waren weltweit Flugverbote für Boeings 737-MAX-Serie verhängt worden. Die Auslieferungen der bestverkauften Modellreihe wurde daraufhin gestoppt.

Bis zur weiteren Klärung der Unfallursachen und Problemen mit einer Steuerungssoftware ist unklar, wie es mit den Fliegern weitergeht. Zuletzt kündigte Boeing an, die Produktion deutlich zu drosseln. Unterdessen wurde jetzt bekannt, dass der Flugzeughersteller Boeing schon im Mai 2017 festgestellt hatte, dass es Probleme mit dem Warnsystem gab.

Boeing-Krise: Bis Mitte August keine Maschinen im Einsatz

Laut eines Berichts des Wall Street Journals zufolge sollen die Maschinen aber vor Mitte August nicht mehr einsatzfähig sein. Damit stünden sie für große Teile des Ferienverkehrs nicht zur Verfügung. Das droht nun auch dem weltweit größten Reisekonzern TUI das Sommergeschäft zu verhageln. Der Versicherer Allianz ist zwar überraschend stark ins Jahr gestartet - doch auch ihm könnten die Boeing-Abstürze noch teuer zu stehen kommen.

Boeing kommt nicht aus den Schlagzeilen: Kürzlich stürzte ein Modell der Reihe 737 in einen Fluss in den USA.

Die US-Flugaufsichtsbehörde FAA ist gerade dabei, eine von Boeing verbesserte Software für das Flugsteuerungssystem MCAS zu zertifizieren. Die Software gilt als mögliche Ursache der Abstürze zweier Maschinen der indonesischen Fluglinie Lion Air und der äthiopischen Gesellschaft Ethiopian Airlines. Der Bordcomputer soll die Nase der Boeing nach unten gedrückt haben, die Besatzung war nicht mehr in der Lage, den Fehler zu korrigieren.

Die FAA hatte bereits vor zehn Tagen mitgeteilt, dass der Zertifizierungsprozess einige Monate in Anspruch nehmen kann. Nach Informationen des „Wall Street Journal“ müssen auch ausländische Flugsicherheitsbehörden kontaktiert und deren Antworten abgewartet werden. Derweil brachte ein weiterer Vorfall das Flugzeug der Reihe 737 in die Schlagzeilen: Vom Marinestützpunkt Guantánamo sollte es für 136 Passagiere und sieben Crewmitglieder nach Hause in die USA gehen. Die Boeing 737 rutschte allerdings bei der Landung auf einem US-Flughafen in einen Fluss

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