US-Sanktionsbruch

Commerzbank droht 500-Millionen-Dollar Strafe

Frankfurt/New York - Die französische Großbank BNP Paribas musste für Geschäfte mit sogenannten Schurkenstaaten eine Rekordstrafe zahlen. Die Commerzbank könnte vergleichsweise glimpflich davonkommen.

Die Behörden führten mit dem Dax-Konzern Gespräche über eine Einigung, schreibt die „New York Times“ (Dienstag) unter Berufung auf informierte Kreise. Die Gespräche hätten erst begonnen, es gehe um Strafen in Höhe von mindestens 500 Millionen US-Dollar (rund 368 Mio Euro). Eine Einigung könnte noch im Sommer erfolgen. Die Commerzbank wollte den Bericht auf Anfrage der Finanznachrichtenagentur dpa-AFX nicht kommentieren.

Die BNP Paribas hatte sich in ihrem Verfahren offiziell für schuldig bekannt, über Jahre gegen US-Handelssanktionen verstoßen zu haben. Dafür einigte sich die Bank nach monatelangen Verhandlungen mit der US-Justiz vor Kurzem auf eine Strafe von fast neun Milliarden Dollar (6,6 Mrd Euro). Es ist die höchste jemals in den USA verhängte Buße gegen ein ausländisches Kreditinstitut. Ihre Banklizenz in den USA darf die BNP behalten, das Institut wird aber zeitweise von einigen Geschäften ausgeschlossen. Zudem müssen 13 Führungskräfte gehen.

Wegen Verstößen gegen US-Sanktionen hatten US-Aufseher in den vergangenen Jahren gegen etliche Finanzunternehmen Strafen verhängt, darunter HSBC, ING und eine Tochter der Deutschen Börse.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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