Erstmals seit 1979

Wegen der Corona-Krise: Bundesbank überweist dem Bund kein Geld

Der Präsident der Deutschen Bundesbank Jens Weidmann
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Bundesbank-Präsident Jens Weidmann

Die Corona-Pandemie hinterlässt tiefe Spuren in der Bilanz der Bundesbank: Die deutsche Notenbank erzielte im vergangenen Jahr keinen Gewinn - zum ersten Mal seit vier Jahrzehnten

Frankfurt/Main - Hiobsbotschaft für Bundesfinanzminister Olaf Scholz: Erstmals seit 1979 schüttet die Deutsche Bundesbank keinen Gewinn an den Bund aus. Grund dafür sind die milliardenschweren Hilfen der Notenbanken gegen die Corona-Pandemie*. „Die erhöhte Risikovorsorge ist der Hauptgrund, weshalb die Bundesbank für 2020 ein ausgeglichenes Jahresergebnis ausweist“, erklärte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann am Mittwoch.

Noch im Jahr 2019 verzeichnete die Bundesbank mit 5,9 Milliarden Euro den höchsten Gewinn seit 2008 - und profitierte damals davon, dass sie weniger Geld für mögliche Risiken aus der gemeinsamen Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) zurücklegen musste.

Infolge der Corona-Krise hat die EZB den Kauf von Staats- und Unternehmensanleihen deutlich ausgeweitet. Dadurch nahmen laut der Bundesbank die Ausfallrisiken wieder zu. Die deutsche Notenbank stockte daher die Wagnisrückstellung um 2,4 Milliarden Euro auf 18,8 Milliarden Euro auf. Damit werde der Anstieg der Risiken allerdings nur zu einem Teil abgedeckt, sagte Bundesbank-Präsident Weidmann. „Für das laufende Jahr erwarten wir daher eine weitere Aufstockung der Wagnisrückstellung, zumal mit einer grundlegenden Änderung der Risikolage nicht zu rechnen ist.“

Bundesfinanzminister Scholz plante mit einem Milliardengewinn

Die Bundesbank führt ihren Gewinn in voller Höhe an den Bund ab. Das Bundesfinanzministerium plant traditionell einen Bundesbankgewinn von 2,5 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt ein. Das galt auch für 2021. Zwar profitiert die Bundesbank anteilig auch vom EZB-Gewinn. Dieser fiel 2020 allerdings mit gut 1,6 Milliarden Euro ebenfalls deutlich geringer aus als ein Jahr zuvor (2,4 Milliarden Euro).

Der Überschuss der EZB wird an die nationalen Zentralbanken der 19 Eurostaaten verteilt. Gut 26 Prozent und damit den größten Teil bekommt gemäß ihres Anteils am eingezahlten Kapital an der EZB die Bundesbank.

Seit der Euro-Einführung 1999 erzielte die Bundesbank jedes Jahr Gewinn, den höchsten 2001 mit gut 11,2 Milliarden Euro.(dpa/aa)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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