Getrübte Unternehmensstimmung belastet den Dax

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Der Dax-Schriftzug. Foto: Frank Rumpenhorst

Frankfurt/Main (dpa) - Die verhaltene Entwicklung an den Überseebörsen und die Stimmungseintrübung in deutschen Unternehmen haben den Dax am Donnerstag ausgebremst.

Nach zwei Handelstagen mit Kursgewinnen verlor der deutsche Leitindex 0,88 Prozent auf 10529,59 Punkte. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,80 Prozent auf 21 480,32 Zähler abwärts.

Der Technologiewerte-Index TecDax verlor 0,74 Prozent auf 1717,76 Punkte. Ähnlich sah es in ganz Europa aus. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 sank um 0,69 Prozent auf 2987,69 Punkte, auch in Paris und London wurden Verluste verbucht. In den USA bewegten sich die wichtigsten Indizes zum europäischen Handelsschluss kaum vom Fleck.

Die Stimmung in den deutschen Unternehmen hatte sich im August laut dem Geschäftsklima-Index des Münchener Ifo-Instituts überraschend eingetrübt. Nach Einschätzung der Direktbank Ing-Diba hat das britische Referendum für einen EU-Austritt mit Verzögerung nun doch auf die Unternehmensstimmung durchgeschlagen. Die DekaBank sieht dagegen ein Gemisch aus zahlreichen Unsicherheitsfaktoren, die sich nun "in die Zuversicht der Unternehmer hinein fressen".

Immer näher rücken zudem die interessante Termine in Jackson Hole: Zu den Höhepunkten der internationalen Notenbankkonferenz zählt die am Freitag anstehende Rede der US-Notenbankpräsidentin Janet Yellen. Geldpolitische Weichenstellungen sind nach Experteneinschätzungen allerdings nicht zu erwarten.

Kursbewegende Unternehmensnachrichten gab es vor allem in den Nebenwerte-Indizes. Im SDax der geringer kapitalisierten Unternehmen eroberten die GfK-Aktien mit plus 5,85 Prozent den Spitzenplatz. Dagegen büßten die Aktien von Wacker Neuson 3,21 Prozent ein. Der Baumaschinenhersteller wird nur noch bis Mai 2018 spezielle Minibagger an den US-Wettbewerber Caterpillar liefern. Der will anschließend diese Maschinen dann selbst herstellen.

Im MDax gaben die Aktien des Medienunternehmens RTL nach einem eher schwach verlaufenen zweiten Quartal um 0,69 Prozent nach. Bei Biotech-Papieren drückten Sorgen um eine Deckelung von Medikamentenpreisen in den USA auf die Stimmung. Der US-Pharmakonzern Mylan hatte sich dem politischen Druck im amerikanischen Wahlkampf gebeugt und will seine Allergiespritze Epipen nun günstiger anbieten.

Am Rentenmarkt stieg die Umlaufrendite von minus 0,23 Prozent am Vortag auf minus 0,22 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,02 Prozent auf 144,25 Punkte. Der Bund-Future verlor 0,10 Prozent auf 167,42 Zähler. Der Eurokurs stieg. Die Europäische Zentralbank setzte den Referenzkurs auf 1,1290 (Mittwoch: 1,1268) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8857 (0,8875) Euro.

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