Lieferprobleme

Corona-Selbsttests: Drogeriekette dm muss nach großer Ankündigung plötzlich zurückrudern

„Ihr Corona-Test - hier bei dm.“ steht während der Vorstellung von Corona-Schnelltest-Zentren der Drogeriemarktkette dm auf einem Schild. Das Unternehmen hat der Landesregierung Baden-Württemberg vorgeschlagen, an dm-Märkten im Bundesland zertifizierte Corona-Schnelltest-Zentren aufzubauen.
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dm: Die Drogeriekette kämpft mit massiven Lieferproblemen bei Corona-Selbsttests und muss jetzt zurückrudern.

Große Filialhändler liefern sich ein beinhartes Rennen um die schnellstmögliche Versorgung mit Selbsttests. Doch die Karlsruher Drogeriekette dm macht dabei keine glückliche Figur.

Karlsruhe – Die Drogeriekette dm hatte Anfang des Monats mit der Ankündigung für Schlagzeilen gesorgt, ab dem 9. März Corona-Selbsttests in seinen Filialen in den Handel zu bringen. Doch den Termin konnten die Karlsruher nicht halten. Man peile nun Freitag (11. März) für einen Verkaufsstart an, teilte das Unternehmen am Montag zähneknirschend mit.

Jetzt ist auch dieser Termin passé: Die gelieferte Menge der Corona* Selbsttests von Boson reiche nicht aus, um die 2040 dm-Märkte „angemessen versorgen zu können“, erklärte das Unternehmen am Donnerstag kleinlaut. Daher werde es die Selbsttests vorerst nur online geben, heißt es in der entsprechenden Pressemeldung. Einen neuen Verkaufstermin in den Filialen ließ das Unternehmen zunächst offen.

Bei der Drogeriekette Müller zeichnet sich hingegen eine umgekehrte Ausgangslage an. Müller hatte ursprünglich einen reinen Online-Verkaufsstart angekündigt, will die Tests ab Freitag jetzt aber auch in zahlreichen Filialen anbieten. Wegen der derzeit begrenzten Verfügbarbarkeit könne es jedoch immer wieder zu Ausverkäufen kommen, warnte Müller. In den nächsten Wochen erwarte man aber „große sechsstellige Mengen“. Ziel sei die flächendenkende Versorgung der Bevölkerung mit Tests zu einem günstigen Preis.

Corona-Selbsttests: Kundenansturm auf Aldi und Lidl

Bei Aldi Süd und Aldi Nord waren die Corona-Selbsttests zum Verkaufsstart am vergangenen Samstag binnen weniger Minuten* ausverkauft. Berichten zufolge soll es inzwischen wieder Nachschub geben, allerdings müssten Kunden gezielt an der Kasse danach fragen.

Auch beim Wettbewerber Lidl waren die Selbsttests in kürzester Zeit vergriffen. Zudem waren die Webserver unter der Last der Anfragen am Wochenende zusammengebrochen.

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat bislang Sonderzulassungen für acht Produkte (Stand: 11. März) zur Anwendung zu Hause erteilt, darunter Boson. Bei den Selbsttests* führen die Probanden einen Tupfer rund 2,5 Zentimeter in die Nase ein und entnehmen einen Abstrich. Danach wird der Abstrich in ein Extraktionsröhrchen gegeben. Die eigentliche Auswertung erfolgt über eine Testkassette. Nach 15 bis 20 Minuten liegt das Ergebnis vor.

Corona-Selbsttests gelten als zentraler Baustein in Pandemie-Bekämpfung

Im Kampf gegen Corona gelten Schnelltests als zentraler Baustein. Vor allem die von der Pandemie besonders hart getroffenen Branchen wie der Einzelhandel, Gastronomie und Touristik setzen angesichts des monatelangen Lockdowns große Hoffnungen auf entsprechende Anwendungen. Dies würde eine schnellere und sichere Öffnung von Geschäften, Restaurants oder Kneipen ermöglichen, heißt es aus der Branche. *Merkur.de ist Teil von IPPEN.MEDIA.

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