Bahn: Gewerkschaft fordert Krisengipfel

Mainz - Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat wegen der drastischen Personalprobleme am Mainzer Hauptbahnhof einen Krisengipfel mit der Bahnspitze gefordert.

„Wir brauchen jetzt ein klares Signal, mehr Leute einzustellen“, sagte der EVG-Vorsitzende Alexander Kirchner am Montag im ARD-Morgenmagazin. Für Mittwoch habe die EVG deshalb ein Spitzengespräch mit dem Bahnvorstand und den Personalverantwortlichen aller Geschäftsbereiche gefordert. „Es ist nicht nur ein Mainzer Problem. Dieses Problem ist bundesweit und geht über alle Geschäftsfelder.“ Weil Fahrdienstleiter des Stellwerks krank oder in Urlaub sind, gibt es seit mehr als einer Woche Zugausfälle und Umleitungen am Mainzer Hauptbahnhof.

Seit Montag fahren sogar noch weniger Züge: In den frühen Morgenstunden trat der neue Notfahrplan der Deutschen Bahn in Kraft. Züge im Nahverkehr fahren statt im Halbstunden- nur noch im Stundentakt, der Fernverkehr beschränkt sich auf Züge Richtung Worms und Gegenrichtung.

Der Notfahrplan sei "zunächst anvisiert" bis Ende August, sagte ein Bahn-Sprecher in Berlin. Das hänge aber auch davon ab, ob und wann kranke Kollegen zurückkehrten. Im Mainzer Stellwerk sind von den üblicherweise 15 Mitarbeitern fünf krank und drei im Urlaub - daher das Chaos im Schienenverkehr.

Die Bahn habe Gespräche mit den Mitarbeitern geführt und führe sie auch weiterhin, sagte der Bahn-Sprecher. Ziel sei es, dass die Beschäftigten ihren Urlaub abbrechen oder gar nicht erst antreten. Erzwingen könne das Unternehmen dies aber nicht.

dpa/AFP

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