Energieversorger rechnet mit höheren Strompreisen

München - Trotz der Laufzeitverlängerung für AKWs werden in Deutschland wohl die Strompreise steigen. Damit rechnet zumindest der Chef des Energieversorgers Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka.

Trotz der Atom-Laufzeitverlängerung erwartet der Chef des Energieversorgers Vattenfall Europe, Tuomo Hatakka, teureren Strom in Deutschland. “Momentan rechne ich eher mit steigenden Preisen“, sagte Hatakka der “Süddeutschen Zeitung“ (Montag). Er fügte hinzu: “Das hängt aber von vielen Faktoren ab, die wir nur bedingt beeinflussen können - unter anderem die Förderung der erneuerbaren Energien.“

Zwar sei die Förderung der Erneuerbaren sehr wichtig. “Ich würde mir aber wünschen, dass die Politik nicht verschweigt, dass Klimaschutz seinen Preis hat. Den gibt's nicht zum Nulltarif“, betonte Hatakka.

Die Kosten für die Einspeisung erneuerbarer Energien stiegen rasant. Auch Emissionszertifikate für den Klimaschutz und die notwendigen Investitionen in intelligente Netze für den Transport erneuerbarer Energien würden teurer. Langfristig dürfte die Laufzeitverlängerung aber die Preise eher dämpfen, erklärte Hatakka.

Vattenfall Europe befindet sich derzeit im Umbau. In Deutschland sollen den Sparplänen zufolge 1.500 der 20.000 Stellen zum Opfer fallen. Ob noch mehr Arbeitsplätze gestrichen werden müssen, wollte der Manager zumindest nicht ausschließen. “Wir arbeiten gerade an einem Strategieplan für den gesamten Konzern. Klar ist: Wir werden uns international auf unsere drei großen Märkte konzentrieren und in Ländern außerhalb von Schweden, Deutschland und den Niederlanden Bereiche abstoßen. In Polen zum Beispiel. Das ist der größte Umbau im Konzern seit vielen Jahren. Wir müssen mehr für die Effizienz tun.“

Dies gehe zwar nicht zwangsläufig über das Personal. “Aber ich kann einen Stellenabbau derzeit auch nicht ausschließen. Darüber werden wir in den nächsten drei bis sechs Monaten intern beraten und entscheiden.“

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Maas: Autokäufer dürfen nicht für Diesel-Nachrüstung zahlen
Maas: Autokäufer dürfen nicht für Diesel-Nachrüstung zahlen
Stuttgart: Gericht will Diesel-Fahrverbot ab Januar
Stuttgart: Gericht will Diesel-Fahrverbot ab Januar
Selbstanzeige: Geht Daimler im Kartell-Streit straffrei aus?
Selbstanzeige: Geht Daimler im Kartell-Streit straffrei aus?
Kartell-Vorwürfe gegen deutsche Autobauer: Das ist bislang bekannt
Kartell-Vorwürfe gegen deutsche Autobauer: Das ist bislang bekannt

Kommentare