Frisches Geld für Griechenland

Athen - Frisches Geld für das hoch verschuldete Griechenland: Athen konnte am Dienstag bei einer Auktion von Geldmarktpapieren mit sechs Monaten Laufzeit statt der geplanten 1,5 Milliarden Euro insgesamt 1,625 Milliarden Euro einsammeln.

 Dies sei ein “Teilerfolg“ auf dem langen Weg zur Genesung der griechischen Finanzen, sagten Bankexperten in Athen. Wie das Finanzministerium in Athen mitteilte, liegt die Rendite allerdings mit 4,65 Prozent leicht höher als im April. Am 13. April hatte Athen 1,5 Milliarden Euro für sechs Monate mit 4,55 Prozent Rendite platziert.

Die EU-Kommission sieht Griechenland beim Sparen auf dem richtigen Weg. Athen hat das Haushaltsdefizit im ersten Halbjahr um 46 Prozent reduziert, 6,5 Prozent mehr als im Programm der Regierung vorgesehen. Allerdings hinken die Steuereinnahmen hinter dem Plan hinterher. Statt 27,6 Milliarden Euro kassierte Athen in den ersten sechs Monaten nur 23,8 Milliarden Euro. Dies sei ein “großes Loch“, das “dringend gestopft werden“ müsste, schrieb die Athener Zeitung “Eleftherotypia“. Weitere harte Maßnahmen seien absehbar.

Mit der aktuellen Auktion hat sich Griechenland das erste Mal an den Kapitalmarkt gewagt, nachdem der Internationale Währungsfonds (IWF) und die EU Anfang Mai ein Rettungspaket für Griechenland auf den Weg gebracht hat, das insgesamt 110 Milliarden Euro über drei Jahre umfasst. Kontrolleure der Europäischen Zentralbank, der EU- Kommission sowie des IWF prüfen in Athen laufend die Bücher. Von ihren Berichten hängt es ab, ob Athen Finanzspritzen erhält. Die nächste Kontrolle steht für Ende Juli an.

dpa

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