GfK: Konsumklima kühlt sich weiter ab

Nürnberg - Nicht nur in Management-Etagen wächst der Konjunkturpessimismus, auch private Haushalte trauen dem Aufschwung nicht mehr. Sie befürchten staatliche Ausgabenkürzungen und höhere Steuern - Geld, das dann für den Konsum fehlt.

Die Angst vor einer Rezession hat im August das Konsumklima weiter abgekühlt. Immer mehr Verbraucher rechneten inzwischen mit einer Schwächephase der deutschen Konjunktur und befürchteten deshalb Einkommenseinbußen, berichtete die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag in ihrer neuesten Konsumklimastudie. Sie teilen damit die Konjunkturskepsis der Wirtschaft - der ifo-Geschäftsklimaindex verschlechterte sich im August unerwartet drastisch.

Trotz ungewisser Konjunkturaussichten sitze bei vielen Verbrauchern das Geld aber weiterhin locker, stellt die GfK fest. Für den September rechnet die GfK daher beim Konsumklima-Index trotz allem nur mit einem “moderaten Rückgang“ um 0,1 auf 5,2 Punkte. Die GfK befragt dazu im Monat bundesweit 2000 Verbraucher.

Am stärksten schlagen die pessimistischen Wachstumprognosen derzeit bei der Konjunkturerwartung durch. Der entsprechende Indikator sei im August auf 13,3 Punkte eingebrochen; das seien 31,2 Punkte weniger als im Juli. “Die Bundesbürger befürchten, dass auch die deutsche Konjunktur von der weltweiten Schwächephase angesteckt werden kann, wenn sich die Exportaussichten spürbar eintrüben“, erklärte die GfK. Auch bei der Frage nach ihren Einkommenserwartungen sind viele Verbraucher inzwischen nach GfK-Feststellung längst nicht mehr so zuversichtlich wie noch vor einigen Monaten. Viele Haushalte befürchteten, dass die wegen der Schuldenkrise geschnürten EU-Hilfspakete auch den deutschen Staat zu höheren Steuern zwingen könnten. Der entsprechende Indikator fiel daher auf Basis der GfK-Verbraucherumfrage im August um 7 auf 27,6 Punkte.

Krisenfest zeigt sich dagegen die Anschaffungsneigung der Verbraucher. Wegen der Diskussion um die EU-Schuldenkrise fürchteten nach GfK-Einschätzung derzeit viele Verbraucher um die Stabilität ihrer Währung. “Sie legen folglich ihr Geld eher in werthaltigen Anschaffungen an, als es auf die hohe Kante zu legen“, stellte die GfK fest. Die sogenannte Anschaffungsneigung sei daher der einzige der drei Konsumklima-Indikatoren, der im August noch gestiegen sei - und zwar um 2,8 auf 36,9 Punkte.

dpa

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