Gibt's 2012 einen Rekord an Privatinsolvenzen? 

Neuss - Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform erwartet für 2012 deutlich mehr Verbraucherinsolvenzen, sollte die sogenannte Wohlverhaltensperiode wie diskutiert von sechs auf drei Jahre verkürzt werden.

“Das wäre sicher der Startschuss für viele Privatinsolvenz-Verfahren“, sagte Sprecher Michael Bretz. Creditreform geht davon aus, dass momentan viele Verbraucher ihre Privatinsolvenz hinauszögern - in der Hoffnung auf eine baldige Gesetzesänderung: Komme die Reform 2012 wie erwartet, könne die Gesamtzahl der Verfahren im Laufe des Jahres um bis zu 15 000 steigen - “das wäre dann der höchste Stand seit Einführung der Regelung 1999“.

Während der derzeit sechsjährigen Wohlverhaltensperiode unterwerfen sich Verbraucher strengen gesetzlichen Regeln, am Ende winkt die Befreiung von ihren Schulden. Eine Verkürzung der Frist dürfte auf Schuldner motivierend wirken.

Sollte die Reform nicht kommen, werde die Zahl der Privatinsolvenzen wohl auf dem Stand des abgelaufenen Jahres (rund 103 000) stagnieren oder nur leicht steigen, erwartet Creditreform. Die Zahl der Privatinsolvenzler speist sich aus der Gruppe der überschuldeten Bundesbürger, die derzeit rund 6,4 Millionen Erwachsene umfasst, knapp 100 000 weniger als im Vorjahr.

Die Gesamtzahl aller Insolvenzen inklusive der Firmenpleiten in Deutschland sank 2011 auf 160 000, das waren sechs Prozent weniger als im Vorjahr, wie Creditreform wenige Tage vor Jahresende schätzt. Die Experten bestätigten damit eine frühere Prognose.

dpa

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