Nur Bares ist Wahres: Griechen räumen Konten leer

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Die Griechen hoben allein am Montag rund 900 Millionen Euro Bargeld ab.

Athen - Bereits seit Monaten heben die Griechen aus Angst vor der Zukunft Bares von ihren Bankkonten ab. Nach dem ungewissen Wahlausgang scheint sich der Trend wieder zu verschärften.

In Griechenland wachsen wegen der politisch desolaten Lage die Ängste vor einem massiven Abzug von Bargeld. Während der dramatischen Verhandlungen über eine neue Regierung seien am Montag knapp 900 Millionen Euro abgehoben worden, erfuhr die Nachrichtenagentur dpa aus Bankenkreisen. Staatspräsident Karolos Papoulias hatte bereits am Wochenende die Parteichefs darauf hingewiesen, dass die Griechen wieder verstärkt hohe Summen von Geldautomaten und über das Internet abgehoben hätten. Das Transkript des Gesprächs mit den Angaben wurde jedoch erst später bekannt.

Bis zum Sonntagnachmittag seien rund 700 Millionen Euro abgehoben worden, soll Papoulias nach Berichten griechischer Medien unter Berufung auf Notenbank-Chef Georg Provopoulos mitgeteilt haben. Er präsentierte diese Informationen nach Angaben aus Kreisen der Staatspräsidentschaft am Sonntag den Parteispitzen, die zusammen mit Papoulias sondierten, ob es in Griechenland eine Koalitionsregierung geben könne.

Radikale Linke will nicht kooperien

Papoulias wollte damit wohl auch deutlich machen, wie ernst die Lage sei. Allerdings zeigte sich der Chef des Bündnisses der Radikalen Linken (Syriza), Alexis Tsipras, wenig beeindruckt. “Ach was? Sie haben jetzt entdeckt, dass das Geld ausfließt. Es sind doch seit Ausbruch dieser Krise 73 Milliarden Euro verloren gegangen“, zitierte die griechische Presse Tsirpas' Reaktion. Er meinte, die dramatische Beschreibung der Situation werde ihn nicht dazu bewegen, mit den Konservativen und den Sozialisten zu kooperieren.

Seit Monaten heben Griechen hohe Summen an Bargeld ab oder überweisen Erspartes auf ausländische Konten. Sie befürchten, dass die Banken zusammenbrechen könnten oder das Geld bei einer Umwandlung in die alte Währung Drachme stark an Wert verlieren würde.

Am Dienstag war letzte Versuch einer Regierungsbildung, ein von Papoulias vorgeschlagenes Expertenkabinett, gescheitert. Nun müssen die Griechen im Juni erneut wählen. Falls radikale Parteien, die das Sparpaket der bisherigen Regierung ablehnen, in der neuen Abstimmung weiter zulegen, droht dem Land ein Stopp der internationalen Hilfen und damit auch der Staatsbankrott. Im Raum steht zudem der Austritt aus der Eurozone. Papoulias warnte bereits vor einer “Tragödie“.

dpa

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