Griechenland überrascht mit Wirtschaftswachstum im zweiten Quartal

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Einige Analysten wiesen darauf hin, dass viele Griechen aus Sorge vor Kapitalbeschränkungen im zweiten Quartal mehr gekauft hätten und die Einzelhandelsumsätze deshalb gestiegen seien. Foto: Socrates Baltagiannis

Athen (dpa) - Die griechische Wirtschaft ist im zweiten Quartal überraschend gewachsen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) sei um 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorquartal gestiegen.

Dies teilte das nationale Statistikamt Elstat nach einer ersten Schätzung am Donnerstag mit. Die positive Nachricht kam für Experten völlig überraschend. Ökonomen hatten mit einem Rückgang um 0,5 Prozent gerechnet. Allerdings wiesen einige Analysten darauf hin, dass viele Griechen in den Monaten von April bis Ende Juni aus Sorge vor Kapitalbeschränkungen mehr gekauft hätten und die Einzelhandelsumsätze deshalb gestiegen seien. Das habe zum Wachstum beigetragen.

Für das Gesamtjahr zeigen jüngste Einschätzungen allerdings keine Erholung aus dem tiefen Tal, in dem die Wirtschaft des hochverschuldeten Landes seit Jahren steckt. Brüssel erwartet ein Schrumpfen der griechischen Wirtschaftsleistung im laufenden Jahr um 2,3 Prozent.

Die Lage habe sich durch die Einführung der Kapitalverkehrskontrollen Ende Juni deutlich verschlechtert, hieß es. Griechen können nur noch begrenzt Bargeld abheben und ins Ausland überweisen. Nachdem griechische Kunden aus Unsicherheit über die Zukunft des Landes immer mehr Geld von den Konten abgehoben hatten und die Lage sich zuspitzte, blieben die Banken im Juli für drei Wochen geschlossen, Das brachte die Wirtschaftsaktivität fast zum Erliegen.

Noch bei ihrer Frühjahrsprognose war die EU-Kommission für das laufende Jahr von einem Mini-Wachstum von 0,5 Prozent ausgegangen. Nun wird laut Brüsseler Quellen erwartet, dass mit einem Wirtschaftswachstum erst 2017 zu rechnen ist.

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