1. kreisbote-de
  2. Wirtschaft

Hitzewelle in Europa: AKWs müssen gedrosselt werden – Strom-Kunden droht Preisanstieg

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Lisa Mayerhofer

Kommentare

Das AKW Chooz liegt im Grünen. Vor allem Frankreich wirbt für eine Anerkennung der Atomkraft als nachhaltig. (Archivbild)
Das AKW Chooz liegt im Grünen: Die Hitzewelle in Europa beeinträchtigt die Stromproduktion in Frankreichs Atomkraftwerken zusätzlich. (Archivbild) © Gouhoury/Andia/imago-images

Die Hitzewelle in Europa beeinträchtigt die Stromproduktion in Frankreichs Atomkraftwerken zusätzlich. Dies kann laut einem Bericht dazu führen, dass auch hierzulande die Strompreise steigen.

Paris – Frankreich hat sich mehr als alle anderen europäischen Länder der Atomkraft verschrieben. Doch nun gibt es zahlreiche Probleme mit den alternden Kraftwerken, während die Hitzewelle die Lage noch weiter zu verschärfen droht. Die französischen Atomkraftwerke spielen eine wichtige Rolle bei der Energieversorgung Europas.

Stromversorgung: Frankreich musste die Hälfte der Atomkraftwerke vom Netz nehmen

Doch nun, inmitten der Gaskrise, wird die Stromproduktion der AKWs die niedrigste seit mehr als 30 Jahren sein, befürchtet der französische Energieversorger EDF laut dem US-Wirtschaftsmagazin Bloomberg. Das liege in erster Linie daran, dass derzeit die Hälfte der 56 französischen Atomkraftwerke wegen Wartungsarbeiten und technischer Probleme vom Netz genommen ist, berichtet die Nachrichtenagentur Agence France-Presse.

Dafür verantwortlich sind unter anderem Korrosionsschäden, feine Risse in den Rohren des Notkühlsystems, die erstmals im Oktober 2021 im Atomkraftwerk Civaux auffielen. Zunächst wurden baugleiche Atomreaktoren abgeschaltet. Inzwischen steht fest, dass der gesamte Atompark überprüft werden soll.

Atomkraftwerke müssen wegen Hitzewelle gedrosselt werden

Wegen der frühen Hitzewellen in diesem Jahr – der frühesten seit Beginn der Wetteraufzeichnungen in Frankreich – mussten zudem mehrere Atomkraftwerke zeitweise gedrosselt werden. Davon betroffen waren das Atomkraftwerk Blayais an der Gironde und Saint-Alban an der Rhone. Beide Flüsse führten so wenig Wasser, dass das warme Kühlwasser die Flüsse zu sehr aufgeheizt hätte. Derzeit sind insgesamt sechs Atomkraftwerke unter erhöhter Aufsicht, bei denen es in künftigen Hitzeperioden zu Problemen kommen könnte.

Die Hitzewelle wird zudem den Klimatisierungsbedarf bei Millionen europäischen Wohnungen, Büros und Fabriken erhöhen und damit auch den Stromverbrauch, überlegt Bloomberg. Für Nachbarländer könne das bedeuten, dass möglicherweise Alternativen bei der Stromversorgung hermüssen oder die Elektrizität teurer wird, schreibt das Magazin. Der Strompreis in Frankreich sei am Dienstag schon auf den höchsten Stand seit dem 3. April gestiegen.

Immerhin: Da in Deutschland Sommerwetter herrscht, produzieren nun die deutschen Solarkraftwerke zeitweise mehr als alle französischen Atomkraftwerke zusammen. Vergangene Woche kamen sie auf tägliche Höchstwerte von mehr als 30 Gigawatt, während die Leistung der Atomkraftwerke in Frankreich nicht über 28 Gigawatt kletterte. (lma/AFP)

Auch interessant

Kommentare