IfW-Chef Snower: "Zeichen stehen weiter auf Aufschwung"

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Dennis Snower, Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW)

Kiel - Der Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft (IfW), Dennis Snower, rechnet mit einer positiven konjunkturellen Entwicklung in Deutschland.

“Die Zeichen stehen weiter auf Aufschwung“, sagte Snower. Zwar werde das Tempo im neuen Jahr nicht mehr so hoch sein wie 2010. Der IfW-Präsident fügte hinzu: “Aber ein Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von zwei Prozent ist drin, wenn die Weltwirtschaft weiterhin mitmacht.“ Bei der Arbeitslosigkeit werde voraussichtlich die Marke von drei Millionen unterschritten.

Snower: Die Zeichen stehen weiter auf Aufschwung. Dabei müssen wir uns nicht mehr allein auf die Exporte verlassen, auch die Binnenkonjunktur ist angesprungen. Zwar wird das Tempo im kommenden Jahr nicht mehr so hoch sein wie 2010. Aber ein Anstieg des realen Bruttoinlandsprodukts von 2 Prozent ist drin, wenn die Weltwirtschaft weiterhin mitmacht. Das ist viel im Vergleich zu dem, was in anderen Ländern des Euroraums zu erwarten ist. Allerdings soll man die Risiken nicht übersehen. Die Schuldenkrise in Europa ist nicht vorbei, und es gibt für die akuten Probleme keinen Konsens zwischen den Regierungen.

Welche Folgen hat dies voraussichtlich für den Arbeitsmarkt?

Snower: Der deutsche Arbeitsmarkt hat sich in der Krise als erstaunlich robust erwiesen, und er profitiert auch von dem Aufschwung. So wird die Arbeitslosigkeit auch 2011 zurückgehen und voraussichtlich die Marke von drei Millionen unterschreiten. Zu bedenken ist bei dieser positiv klingenden Zahl aber, dass sie durch einen statistischen Effekt gedrückt wird.

Welche Forderungen haben Sie in diesem Zusammenhang an die Bundesregierung?

Snower: Die Bundesregierung hat frühzeitig begonnen, den Haushalt zu konsolidieren. Das war richtig, wenn man sich anschaut, dass manche Länder praktisch durch eine Krise zu sehr viel drastischeren Maßnahmen gezwungen werden. Es gibt weitere Felder, auf denen man etwas tun kann, ohne dass es viel kostet. So sollte man bei den Arbeitsmarktreformen nicht nachlassen.

Wie bewerten Sie den Sparkurs der schwarz-gelben Koalition?

Snower: Die Richtung stimmt, wenn man auch vieles hätte besser machen können. So wird man die Abgaben erhöhen. Darauf hätte man verzichten können, wenn man beim Subventionsabbau Mut gezeigt hätte. Auf dem Gebiet ist aber nichts passiert.

Halten Sie weitere Steuerentlastungen oder Steuervereinfachungen für sinnvoll?

Snower: Steuervereinfachungen sind immer sinnvoll, und hier kann man sicherlich sehr viel mehr tun, als jetzt geplant ist. Natürlich kann man sich auch Steuersenkungen wünschen. Nur muss klar sein, dass solche Schritte nicht zu mehr Schulden führen dürfen. Realistisch betrachtet sollte man nun erst einmal bei dem Kurs bleiben und die Haushaltskonsolidierung wie geplant durchziehen.

Interview: Jörg Säuberlich (dapd)

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