Milliardenbetrug!

110 Jahre Haft für diesen Mann

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Allen Stanford

Houston - Wegen Milliardenbetrugs hat ein US-Gericht eine 110-jährige Gefängnisstrafe gegen den Investor Allen Stanford verhängt.

Während der 62-jährige Angeklagte am Donnerstag vor der Verkündung des Strafmaßes in Texas wortreich seine Unschuld beteuerte, schilderten zwei Geschädigte, wie ihre Lebensumstände durch Stanfords Schwindel beeinträchtigt wurden.

Eine Jury hatte den Finanzier bereits im März wegen seiner Rolle in einem Geschäftsmodell für schuldig befunden, bei dem Investoren durch den Verkauf von Einlagezertifikaten um insgesamt sieben Milliarden Dollar (5,6 Milliarden Euro) geprellt wurden. Mit dem Geld der Investoren habe er sich einen verschwenderischen Lebensstil finanziert, der Jachten und Privatflugzeuge beinhaltet habe.

Vor der Urteilsverkündung versuchte Stanford das Gericht am Donnerstag mit einer mehr als 40-minütigen Stellungnahme noch von seiner Unschuld zu überzeugen. So beklagte er sich vor der Jury über seine bei einer Gefängnisprügelei erlittenen Verletzungen. Dann kritisierte er die „Gestapo-Methoden“ der Regierung, als seine Firma zwangsverwaltet und deren Vermögenswerte für Rückzahlungen an Investoren verkauft wurden.

Geschädigte hoffen vergeblich auf Entschuldigung

In seiner Rede bezeichnete er sein Finanzimperium außerdem als Opfer der Finanzkrise von 2008 und erinnerte sich an Reitausflüge mit dem früheren Präsidenten George W. Bush. „Ich bin und werde immer im Frieden mit mir selbst darüber sein, wie ich mich als Geschäftsmann verhielt“, erklärte er kurz vor dem Richterspruch.

Sandra Dorrell, die durch den Schwindel über eine Millionen Dollar verlor, zeigte sich erschüttert. Stanfords Statement zeige, dass er sich nur für sich selbst interessiere und niemals irgendein Fehlverhalten zugeben werde, sagte die Rentnerin aus Houston. „Es wäre wirklich schön gewesen, wenn er sich umgedreht und gesagt hätte: 'Ich entschuldige mich bei den Opfern'“.

Stanford galt einst als einer der reichsten Menschen in den USA. Sein Finanzimperium reichte von den USA bis nach Lateinamerika und in die Karibik. Nach seiner Festnahme wurde sein gesamtes Vermögen beschlagnahmt, die Anwälte musste er sich vom Gericht stellen lassen. Die Staatsanwaltschaft hatte die Höchststrafe von 230 Jahren Haft gefordert.

dapd

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