Kassenärzte: „Praxisgebühr abschaffen“

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Volle Wartezimmer, viel Aufwand für das Kassieren der Praxisgebühr: Die Kassenärzte wenden sich gegen die Abgabe in der jetzigen Form.

Berlin - Die FDP erhält im koalitionsinternen Tauziehen um die Abschaffung der Praxisgebühr Schützenhilfe von den Kassenärzten. Die Mediziner kritisieren vor allem den Zeitaufwand.

Der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV), Andreas Köhler, sprach sich dafür aus, die Abgabe zu streichen.

„Aktuell wendet jeder niedergelassene Arzt und sein Praxisteam jährlich rund 120 Stunden auf, um die Praxisgebühr einzubehalten und zu quittieren. Diese Zeit brauchen die Kolleginnen und Kollegen dringend für die Versorgung der Patienten. Sie sollte daher in der jetzigen Form abgeschafft werden“, heißt es in einer KBV-Mitteilung vom Donnerstag.

Die Praxisgebühr - sie liegt bei zehn Euro und muss von Patienten beim ersten Arztbesuch in einem Quartal entrichtet werden - entlastet die gesetzlichen Krankenkassen um jährlich knapp zwei Milliarden Euro. Angesichts derer Milliarden-Überschüsse ist eine Diskussion um die Abschaffung oder Reduzierung entflammt. Gesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) lässt derzeit dazu Varianten durchrechnen.

Nach Angaben von Köhler führt allein der Einzug der Praxisgebühr bei den niedergelassenen Ärzten jedes Jahr zu Bürokratiekosten von 360 Millionen Euro. Pro Praxis seien das mehr als 4100 Euro. Hinzu komme der Zeitaufwand für rund eine Million komplexer Mahnverfahren.

dpa

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