Wachstumsprognose

Institut sieht Deutschland vor Hochkonjunktur

Kiel - Die Aussichten für die deutsche Wirtschaft sind gut: Der Aufschwung gewinnt an Fahrt, die Arbeitslosigkeit sinkt und die Löhne steigen, sagen Ökonomen voraus. Sorgen bereitet ihnen allerdings die Geldschwemme im Euroraum.

Die deutsche Wirtschaft steuert nach Expertenansicht auf eine Phase der Hochkonjunktur zu. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) hat seine Wachstumsprognose für das laufende Jahr von 1,9 auf 2,0 Prozent angehoben. Für das kommende Jahr sei unverändert mit einem Plus von 2,5 Prozent zu rechnen, teilte das IfW am Donnerstag in Kiel mit. Zusätzlich zu den anziehenden Investitionen der Unternehmen werde der private Verbrauch angesichts wieder kräftiger steigender Einkommen spürbar zunehmen, heißt es in der Analyse.

Zugleich warnen die Kieler Experten vor Gefahren durch die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Die Stabilitätsrisiken für den Euroraum würden steigen, weil die Geldpolitik im Begriff sei, ihre Möglichkeiten zu überschätzen. Zwar würden von der Leitzinssenkung wohl keine nennenswerten Effekte auf die Konjunktur ausgehen. Mit immer neuen Liquiditätsspritzen drohe die EZB jedoch mehr neue Probleme zu schaffen als sie löse. Die Ursachen für die Krise in Europa seien „nicht mit monetären Manövern zu bewältigen“.

Das Institut forderte mehr Ehrgeiz von der Politik. Sonderfaktoren wie das derzeitige Zinstief ließen den Kurs der Finanzpolitik solider erscheinen als er sei. Unzureichende Sparanstrengungen gepaart mit wachstumsfeindlichen Plänen wie dem Mindestlohn, der Frühverrentung und der Energiepolitik erhöhten die Stabilitätsrisiken in Deutschland.

Positiv schätzt das IfW die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt ein. Der Beschäftigungsaufbau setze sich beschleunigt fort, auch weil die hohe Zuwanderung den Alterungseffekten hierzulande entgegenwirke. Zugleich werden die Nettolöhne der Prognose zufolge im kommenden Jahr so stark steigen wie seit 1991 nicht mehr.

Nach zweijähriger Schwächephase ziehen der Prognose zufolge schon 2014 die Investitionen der Unternehmen wieder kräftig an. Die Ausgaben der Firmen dürften stark von Kapazitätserweiterungen geprägt sein „und gegen Ende nächsten Jahres das Vorkrisenniveau erstmals überschreiten“.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

Auch interessant

Meistgelesen

Maas: Autokäufer dürfen nicht für Diesel-Nachrüstung zahlen
Maas: Autokäufer dürfen nicht für Diesel-Nachrüstung zahlen
Selbstanzeige: Geht Daimler im Kartell-Streit straffrei aus?
Selbstanzeige: Geht Daimler im Kartell-Streit straffrei aus?
Kartell-Vorwürfe gegen deutsche Autobauer: Das ist bislang bekannt
Kartell-Vorwürfe gegen deutsche Autobauer: Das ist bislang bekannt
Vorsicht, Salmonellengefahr! Lidl und Rewe rufen Produkte zurück
Vorsicht, Salmonellengefahr! Lidl und Rewe rufen Produkte zurück

Kommentare