Lagarde: Schulden sind Gefahr für Erholung

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Christine Lagarde

Washington - Entschiedenes und gemeinschaftliches Handeln hat Christine Lagarde am Donnerstag zur Bekämpfung der Schwäche der Weltwirtschaft und der europäischen Schuldenkrise gefordert.

In einer Rede in Washington sagte sie, angesichts der Arbeitslosigkeitskrise in den USA begrüße sie das Arbeitsplatzprogramm von US-Präsident Barack Obama.

In der kommenden Woche wird Lagarde erstmals als Hausherrin an der jährlichen IWF-Herbsttagung teilnehmen. Im Juni übernahm die frühere französische Finanzministerin den Chefposten beim IWF von ihrem zurückgetretenen Landsmann Dominique Strauss-Kahn.

“Wir durchleben sicher harte Zeiten wirtschaftlicher Unruhe“, sagte Lagarde. “Genau drei Jahre nach dem Zusammenbruch der Bank Lehman Brothers sieht der wirtschaftliche Himmel weiterhin gestört und turbulent aus, während die wirtschaftliche Aktivität abnimmt und auf der Kehrseite die Risiken wachsen“, führte sie aus. “Ohne gemeinschaftliches, entschiedenes Handeln besteht ein sehr reales Risiko, dass die großen Volkswirtschaften einen Schritt zurück statt nach vorne machen.“ Die hohen Schuldenlasten würden “der Erholung den Wind aus den Segeln nehmen“, sagte Lagarde.

"Unentschlossenheit verstärkt Teufelskreis“

Die schlechten Finanzsituationen der Nationen, der Finanzinstitutionen und der Privathaushalte würden einander negativ verstärken und die Vertrauenskrise verschärfen, sagte sie. Dadurch würden Nachfrage, Investitionen und die Entstehung von Arbeitsplätzen negativ beeinflusst. Sie nannte das einen Teufelskreis, der durch politische Unentschlossenheit und politische Funktionsstörungen verstärkt würde.

Obamas Plan zur Schaffung neuer Arbeitsplätze müsse von einem glaubwürdigen Plan zur Senkung des Staatsdefizits begleitet werden, forderte Lagarde. Europäische Staaten mit hohen Schuldenständen müssten ihre Ausgaben in den Griff bekommen. Die Banken rief sie auf, ihren Kapitaleinlagen zu erhöhen.

dapd

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