LBBW rutscht wieder in die roten Zahlen

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Die LBBW rutscht wieder in die roten Zahlen.

Stuttgart - Die größte deutsche Landesbank LBBW ist wieder tief in die roten Zahlen gerutscht. Nach den ersten neun Monaten steht unter dem Strich ein Minus von 620 Millionen Euro in den Büchern.

Belastet haben die Bilanz vor allem die wegen der Wirtschaftskrise notwendig gewordene hohe Absicherung gegen die zunehmende Gefahr von Kreditausfällen. Außerdem schlugen sich die Kosten für den Umbau der angeschlagenen Bank nieder. LBBW-Chef Hans- Jörg Vetter rechnet damit, dass dies dem Branchenprimus auch im Schlussquartal zusetzen wird. Für das Gesamtjahr 2009 geht er von einem deutlichen Verlust aus. “Die LBBW hat einen tiefgreifenden Umbau der Bank begonnen“, teilte Vetter am Donnerstag in Stuttgart mit. “Dies ist erstens wegen der Anforderungen der EU unumgänglich. Es ist aber vor allem notwendig und sinnvoll, um unser Geschäft auf die Zukunft einzustellen.“

Im ersten Halbjahr hatte die Bank nach dem Milliardenverlust 2008 wieder einen kleinen Gewinn von 236 Millionen Euro geschrieben. In den ersten neun Monaten 2008 war ein Minus von 974 Millionen Euro aufgelaufen. Sorgen bereitet der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) weiter die drastische Erhöhung der Kreditrisikovorsorge. Damit wappnet sich die LBBW gegen das erhöhte Risiko möglicher Kreditausfälle wegen der Wirtschaftskrise. Diesen Wert steigerte das Institut zum 30. September auf 1,2 Milliarden Euro (Vorjahreszeitraum: 14 Mio. Euro).

Abschreibungen und Restrukturierungskosten belasteten das Ergebnis in den ersten neun Monaten 2009 mit 651 Millionen Euro. Allein der Umbau der Bank schlug mit 251 Millionen Euro zu Buche. Operativ machte das Geldhaus 189 Millionen Euro Gewinn. Die LBBW gehört zu den Landesbanken, die sich massiv verspekuliert hatten. Im vergangenen Jahr fuhr das Institut einen Verlust von 2,1 Milliarden Euro ein. Die Bank hatte deshalb von ihren Eignern - Land, Sparkassen und Stadt Stuttgart - Milliardenhilfen bekommen. Die EU- Kommission macht deren Genehmigung jedoch von Auflagen abhängig über die noch im Dezember endgültig entschieden werden soll.

Dazu gehört, dass die Bank auf ihr Kerngeschäft zurückgestutzt wird und sich von Beteiligungen trennen muss. Die Bilanzsumme soll um etwa die Hälfte schrumpfen. Ende September lag diese bei 440 Milliarden Euro. Außerdem will der Branchenprimus 2500 der zuletzt gut 13 600 Stellen bis zum Jahr 2013 streichen. Die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi über einen Tarifvertrag zur Sicherung von Beschäftigung und Standorten laufen derzeit. Darin will Verdi betriebsbedingte Kündigungen ausschließen.

dpa

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