Bedrohe Lieferketten

Lidl: Für mehr Unabhängigkeit - Discounter kauft eigene Containerschiffe

Eine Lidl-Filiale
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Lidl möchte seine Lieferketten sichern - und kauft deshalb eigene Frachtschiffe.
  • Patricia Huber
    VonPatricia Huber
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Der Discounter Lidl macht sich unabhängiger von Drittfirmen. Eigene Containerschiffe und Frachtflugzeuge sollen Lieferkettenprobleme in Zukunft verhindern.

Neckarsulm - Die Abhängigkeit von Lieferketten wurde in der Corona*-Krise besonders deutlich. Immer wieder stauten sich Schiffe in den Häfen, oder es mangelte an Containern. Daher kam es in den vergangenen Monaten immer wieder zu kurzfristigen Lieferengpässen. Besonders die Discounter Lidl* und Aldi* mussten ihre Kunden bei den Non-Food-Angeboten häufig vertrösten. Des Öfteren kam es vor, dass sich die Angebote verspätet haben.

Lidl möchte per Schiff und Flugzeug selbst Waren transportieren

Um nicht mehr so abhängig von Frachtunternehmen zu sein, hat sich Lidl nun eine eigene Lösung überlegt. Wie die Lebensmittelzeitung berichtet, wird Lidl unter dem Namen „Tailwind Shipping Lines“ selbst Güter transportieren. Die Waren sollen dann per Schiff oder Flugzeug von A nach B gebracht werden. So sollen die Lieferketten und somit auch die Warenverfügbarkeit in den Filialen gesichert werden.

„In den letzten Jahren haben wir es mit unseren starken und langjährigen Seefracht-Partnern geschafft, die Supply Chain trotz der Zäsuren durch Covid-19 und Herausforderungen bei Seefrachtrouten* und Häfen aufrechtzuerhalten“, erklärt der Lidl-Logistik-Vorstand Wolf Tiedemann gegenüber der Lebensmittelzeitung. Es soll trotz der eigenen Frachtkapazitäten weiter mit den gewohnten Partnern zusammengearbeitet werden. Nichtsdestotrotz möchte die Discounter-Kette unabhängiger sein.

Auch Ikea hat bereits eigene Container gekauft und Schiffe gechartert

Lidl habe eigentlich versucht, Beteiligungen an einem Reeder zu ergattern, heißt es aus gut informierten Kreisen. Jetzt setzt der Konzern auf den Kauf von eigenen Schiffen – und ist damit nicht der Erste. Als den Firmen in der Pandemie klar wurde, wie fragil die Lieferketten sind, wollten sich immer mehr unabhängig von Drittanbietern machen. Auch der Möbel-Riese Ikea* hatte im Kampf gegen leere Regale Container gekauft und Schiffe gechartert. (ph) *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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