Lokführer-Streik: Züge fallen reihenweise aus

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Zahlreiche Reisende hatten am Freitag deutschlandweit unter dem Warnstreik der Lokführer zu leiden.

Berlin - Ein erneuter Warnstreik der Lokführer hat am Freitagmorgen den Bahnverkehr in weiten Teilen Deutschlands lahmgelegt. Weit über die Hälfte der Züge fielen aus.

Regionale Sprecher der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) kündigten erhebliche Behinderungen für Bahnfahrer an. So sollen in Sachsen etwa 70 bis 80 Prozent der Züge ausfallen.

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Neben der Deutschen Bahn (DB) seien auch die Vogtlandbahn, die mitteldeutsche Regiobahn im Raum Leipzig, die Erzgebirgsbahn und die ostdeutsche Eisenbahngesellschaft in der Lausitz betroffen. In Berlin und Brandenburg sind laut GDL der Fern-, Regional- und Güterverkehr beeinträchtigt. Die Züge seien in den Bahnhöfen stehen geblieben.

Die Berliner S-Bahn wurde erneut von den Arbeitsniederlegungen ausgenommen. In den norddeutschen Bundesländern rechnet die GDL mit mehr als 200 streikenden Lokführern, wie der Bezirksvorsitzende Lutz Schreiber in Hamburg sagte.

Betroffen waren neben Fern- und Regionalverbindungen der Deutschen Bahn auch die S-Bahnen in Hamburg und Hannover sowie die privaten Anbieter Metronom in Niedersachsen, Hamburg und Bremen, die Nord-Ostsee-Bahn und AKN in Hamburg und Schleswig-Holstein sowie die Ostseeland Verkehr in Mecklenburg-Vorpommern.

Der GDL-Vorsitzende für den Bezirk Süd-West, Thorsten Weske, sagte, anders als bei den vergangenen beiden Streiktagen sollten die S-Bahnen in Stuttgart nicht komplett still stehen. “Wir haben uns kurzfristig entschieden, die Öffentlichkeit hier zu schonen, da die Region die letzten Male doch sehr gebeutelt war“, sagte Weske. Aufgrund der zahlreichen Tagungen und der Faschingsfeiern komme es im Raum Stuttgart dieses Mal nur zu Beeinträchtigungen. Pendler seien damit nicht so stark betroffen.

Erhebliche Beeinträchtigungen gebe es aber auf den Strecken der Privatbahn AVG Karlsruhe sowie im Rhein-Neckar-Gebiet. Wie viele Eisenbahner sich dieses Mal an dem Ausstand beteiligen, konnte Weske zunächst nicht sagen.

Mit dem Warnstreik will die GDL den Druck im festgefahrenen Tarifstreit erhöhen. Warnstreiks der Lokführer hatten schon in der vergangenen Woche an zwei Tagen zu massiven Behinderungen im Zugverkehr geführt. Die GDL fordert in der seit Sommer 2010 andauernden Tarifrunde einheitliche Löhne und Gehälter für alle 26.000 Lokführer in Deutschland, egal ob sie Fern-, Nah- oder Güterzüge fahren. In einem Flächentarifvertrag soll ein Entgelt festgeschrieben we0rden, dass bei 105 Prozent des DB-Niveaus liegt.

dapd

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