Endlich Urlaub

Mallorca-Ansturm in München: Lufthansa reagiert und packt die größten Flieger aus

A350 der Lufthansa: Die Airline schickt zum Auftakt der Sommerferien ihre größten Flieger auf die Ferieninsel Mallorca.
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A350 der Lufthansa: Die Airline schickt zum Auftakt der Sommerferien ihre größten Flieger auf die Ferieninsel Mallorca.

Vor den Sommer-Ferien fahren die Airlines ihr Flugangebot wieder hoch. Die Lufthansa holt angesichts der hohen Nachfrage für die Strecke nach Mallorca ihre größten Flieger aus dem Hangar.

Berlin - Am blauen Sommerhimmel dürften in den kommenden Monaten wieder häufiger Kondensstreifen von Urlaubsfliegern zu sehen sein: Der zweite Corona-Sommer verspricht deutlich mehr Reisemöglichkeiten innerhalb Europas.

Ab Juli sollen von Deutschland aus wieder 217 Orte in 38 Ländern angeflogen werden, wie der Bundesverband der Deutschen Luftverkehrswirtschaft (BDL) mitteilte. Das sind demnach fast so viele Ziele wie vor der Pandemie im Jahr 2019. Damals standen von Deutschland aus 226 Destinationen auf dem Flugplan.

„Die Welt ist wieder deutlich erreichbarer als in den letzten 15 Monaten“, sagte BDL-Hauptgeschäftsführer Matthias von Randow in Berlin. Für manche Länder übersteige das Angebot sogar das Niveau von 2019, etwa für Griechenland und die Türkei.

Sommerferien: Airlines weiten Angebot deutlich aus

Auch außerhalb Europas wird der Luftverkehr wieder ausgeweitet. Ab Juli sollen wieder 48 nicht-europäische Länder angeflogen werden, darunter auch die USA mit 25 Zielen. Touristische Reisen dorthin sind allerdings noch nicht möglich.

Dass die Reiselust bei den Bürgern zurückkehrt, lasse sich auch an den Buchungen ablesen, sagte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Reiseverbands (DRV), Dirk Inger. Vor allem Pauschalreisen ans Mittelmeer, etwa nach Spanien oder Portugal, seien gefragt. Auch nach Griechenland sei die Nachfrage groß. „Die Griechen haben sehr früh gesagt, wann sie wieder öffnen und haben sehr klare Regeln erlassen“, sagte Inger. Die Menschen würden noch vergleichsweise kurzfristig buchen.

„Fernreisen spielen bisher noch keine Rolle“, ergänzte er. Viele außereuropäische Länder könnten noch nicht bereist werden. So gelten in den USA nach wie vor Einreisebeschränkungen für ausländische Besucher. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer sprach sich für EU-einheitliche Reise-Vereinbarungen mit solchen Ländern aus. „Es kann da keine Insellösungen geben“, sagte er am Freitag. Doch die Verordnungen ändern sich schnell. „Wenn wir uns die gleiche Karte noch mal am Sonntag angucken, wird sich einiges geändert haben“, sagte Inger.

Sommerferien: Lufthansa holt in München und Frankfurt das große Gerät raus

Die Lufthansa will ihr Angebot angesichts der steil steigenden Buchungen ebenfalls deutlich ausweiten. Zum Start der Sommerferien in Bayern und Hessen will die Airline ihr Sitzplatzangebot vor allem nach Mallorca deutlich erhöhen. An den ersten vier Samstagen der Sommerferien in Hessen will das Unternehmen die Balearen-Insel mit einer Boeing 747-8 anfliegen. Der erste Jumbo soll am 17. Juli um 10.20 Uhr in Frankfurt Richtung Palma abheben.

Zum Beginn der Sommerferien in Bayern am 31. Juli will der Konzern auf der Strecke von München auf die Balearen-Insel mit der A350 nachlegen. Ähnlich wie der Jumbo ist auch das neueste Airbus-Modell eigentlich ein Langstrecken-Flieger.

Auch sonst will das Unternehmen das Angebot von München aus deutlich ausweiten*. Erst vor wenigen Tagen hatte der Flughafen München auf Anfrage von Merkur.de von Plänen berichtet, das coronabedingt weitgehend stillgelegte Terminal 1 ab dem 23. Juni wieder hochfahren zu wollen.

Sommerferien: Im Zeichen der Pandemie

Doch trotz Lockerungen und mehr Flügen ins Ausland steht auch der diesjährige Reisesommer ganz im Zeichen der Pandemie. Auch wenn die Buchungszahlen wieder deutlich stiegen, blieben sie weit hinter dem Niveau der Vorjahre zurück, betonte Inger. Sie lägen bei lediglich rund einem Drittel des Vorkrisenniveaus. Er schätze, dass sich das Niveau über den Sommer auf rund 40 Prozent einpendeln werde.

Auch beim Angebot lässt sich die Krise ablesen: Zwar werden viele Ziele wieder angeboten, doch in deutlich niedrigerer Frequenz als gewöhnlich. So werde die Zahl der geplanten Abflüge in europäische Länder laut Daten des BDL in diesem Sommer um 34 Prozent unter denen von 2019 liegen.

Sommerferien: Urlaub müssen sich besser vorbereiten

Mit dem Angebot wächst zudem der Aufwand, den die Verbraucher in ihre Reisevorbereitungen stecken müssen. „Der Reisende sollte vor Antritt der Reise noch mal genau prüfen, was sich im Zielland geändert hat“, sagte Inger. „Er sollte möglichst alle notwendigen Dokumente, also Testnachweise, Impfnachweise griffbereit haben. Er sollte auch etwas mehr Zeit mitbringen für die Prozesse am Flughafen.“ Ein fehlender Test könne durchaus dazu führen, dass man nicht ins Flugzeug gelassen werde.

Derweil bereitet sich auch das inländische Gastgewerbe darauf vor, dass es diesen Sommer wieder besser laufen dürfte. So öffnen etwa in Berlin an diesem Freitag wieder Hotels und Pensionen für Besucher. „Also ich glaube, dass wir ab Juli/August jede Menge Gäste in der Stadt sehen werden“, sagte der Chef der Tourismus-Gesellschaft „Visitberlin“ im RBB-Inforadio. „Ob das sofort das Niveau von 2019 hat, ist schwer absehbar. Lassen wir uns mal bescheiden anfangen. Ich glaube, wenn wir bei 70, 80 Prozent der damaligen Zahlen landen, ist es ganz gut.“ (dpa/utz) *Merkur.de ist Teil von IPPEN.DIGITAL.

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