Nach Verlusten: Lufthansa kündigt weitere Sparmaßnahmen an

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Lufthansa leidet: Nach Verlusten soll es jetzt weitere Sparmaßnahmen geben.

Frankfurt/Main - Die Lufthansa hat nach einem Verlust von fast 300 Millionen Euro im ersten Quartal verschärfte Sparmaßnahmen angekündigt. Auch Arbeitsplätze sind bedroht.

Allerdings habe sich nach dem noch sehr schwachen Jahresauftakt die Nachfrage zusehends verbessert, sagte Finanzvorstand Stephan Gemkow bei der Vorstellung des Quartalsberichts am Mittwoch in Frankfurt in Main. Das stärke die Erwartungen, 2010 ein positives operatives Ergebnis über dem des Vorjahres erreichen zu können. Eine Erholung der Nachfrage reiche aber nicht aus für ein gutes Ergebnis, sagte Gemkow. Kosteneffizienz und weitere Erlössteigerungen seien zwingende Voraussetzungen. Negativ auswirken könne sich ein erneuter Preisanstieg bei Treibstoff. Mögliche Risiken kompensiere das Unternehmen jedoch durch eine systematische Hedging-Politik.

Die Lufthansa profitiert bereits ab einem Ölpreis von 78,84 Dollar für das restliche Jahr von den Sicherungsinstrumenten. Belastend auswirken auf das laufende Geschäftsjahr werde sich indes die Konsolidierung der zugekauften österreichischen Fluggesellschaft Austrian Airlines (AUA) und der britischen bmi, fügte der Finanzchef hinzu. Durch die anstehenden Tarifverhandlungen mit dem Pilotenverband Vereinigung Cockpit seien außerdem weitere Streiks nicht ausgeschlossen. Mögliche wiederholte Flugverbote wegen des Vulkanausbruchs auf Island könnten die Geschäftszahlen darüber hinaus beeinträchtigen, sagte Gemkow. Das tagelange Flugverbot im April habe den Konzern bereits rund 200 Millionen Euro gekostet, was sich allerdings erst in der Bilanz für das zweite Quartal auswirken wird.

Im ersten Quartal deutlich rote Zahlen

Die Lufthansa beendete die ersten drei Monate des laufenden Jahres trotz Umsatzsteigerung in roten Zahlen. Unter dem Strich verzeichnete die größte deutschen Fluggesellschaft ein Minus von 298 Millionen Euro und schnitt damit noch 11,6 Prozent schlechter ab als im Vorjahreszeitraum. Gleichzeitig stieg der Umsatz um 16 Prozent auf 5,8 Milliarden Euro. Als operatives Ergebnis gab die Lufthansa ein Defizit von 330 Millionen Euro an, das 7,5-fache des Vorjahresergebnisses von minus 44 Millionen Euro. Im Bereich der Passagierbeförderung hätten die Folgen der Wirtschaftskrise die Nachfrage noch immer bestimmt, erklärte die Lufthansa. Reisende bevorzugten dem Finanzchef zufolge weiterhin günstigere Buchungsklassen, die Durchschnitts- und Verkehrserlöse hätten sich deshalb auf einem niedrigen Niveau bewegt.

Keine Kurzarbeit mehr

Der operative Verlust der Passage Airline Gruppe im Gesamtkonzern lag den Angaben zufolge insgesamt bei 373 Millionen Euro gegenüber minus 30 Millionen Euro im Vorjahr. Den größten Anteil am negativen operativen Ergebnis hatte die Lufthansa mit 236 Millionen Euro, Austrian Airlines trug minus 66 Millionen Euro bei, bmi 45 Millionen Euro. Bei der Billigflugtochter Germanwings fielen Verluste in Höhe von 34 Millionen Euro an. Für einen positiven Ausgleich sorgte Swiss mit einem operativen Ergebnis von 1 Million Euro. Einen deutlichen Umsatzanstieg verzeichnete der Logistik-Bereich. Der operative Gewinn lag im ersten Quartal bei 35 Millionen Euro, im Vorjahr war noch ein Verlust von 72 Millionen Euro verbucht worden. Grund dafür seien neben einem gesteigerten Absatz höhere Preise und ein striktes Kostenmanagement, erklärte Gemkow. Wegen der positiven Entwicklung beende der Konzern die Kurzarbeit an allen deutschen Standorten.

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