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Kürzere Öffnungszeiten? Was Edeka, Rewe, Kaufland, Lidl und Aldi sagen

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Von: Marcel Guboff

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Wegen der Energiekrise sollen Supermärkte die Öffnungszeiten kürzen, so die Forderung vom Tegut-Chef. Was Rewe, Kaufland, Aldi, Lidl und Edeka darüber denken.

Hamm - Dieser Vorstoß sorgte für Diskussionen in Nordrhein-Westfalen und Deutschland. Aufgrund der Energiekrise sollen die Menschen überall sparen, wo es geht: Beim Heizen oder Duschen etwa - um nur einige Vorschläge zu nennen. Für Supermärkte und Discounter kann das auch gehen.

Zumindest regte Tegut-Chef Thomas Gutberler an, zumindest vorübergehend die Öffnungszeiten im Einzelhandel zu reduzieren, wie 24RHEIN berichtet. Demnach sollten Supermärkte und Discounter nicht länger als 20 Uhr geöffnet sein. Während das Ladenöffnungsgesetz in Bayern ohnehin keine längeren Zeiten erlaubt, dürfen die Lebensmittel-Geschäfte in NRW in der Theorie ohne zeitliche Begrenzung öffnen.

Wie reagieren die großen Ketten auf den Vorstoß? Kürzen Unternehmen die Öffnungszeiten in ihren Filialen, um etwa Energie zu sparen? wa.de von IPPEN.MEDIA hat bei Edeka, Rewe, Aldi, Kaufland und Lidl nachgefragt.

Ladenöffnungszeiten der deutschen Bundesländer

►  Montag – Samstag rund um die Uhr: Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein.

Montag - Freitag rund um die Uhr, Samstag bis 22 Uhr: Mecklenburg-Vorpommern.

Montag - Freitag rund um die Uhr, Samstag bis 20 Uhr: Thüringen.

Montag – Samstag 6 bis 22 Uhr: Rheinland-Pfalz, Sachsen.

Montag – Samstag 6 bis 20 Uhr: Bayern, Saarland.

Öffnungszeiten nur bis 20 Uhr? So plant Rewe

Eine Sprecherin der Rewe Group stellt direkt klar: Eine Verkürzung der Öffnungszeiten werde nicht diskutiert. Die damit erzielbare Einsparung wäre ohnehin nur marginal, heißt es weiter.

Die Supermarkt-Kette schreibe sich schon seit Jahren einen verantwortungsbewussten Einsatz und die Nutzung alternativer Energiequellen auf die Fahnen. Diese Aspekte seien Teil der eigenen Nachhaltigkeitsstrategie. Bereits seit 2008 bezögen alle Standorte der Rewe-Group Grünstrom.

Weiter heißt es: „Wir stellen die Beleuchtung unserer Märkte auf LED um, versehen Kühlregale mit Türen, nutzen Abwärme aus der Kühlung zur Heizung und verfügen in allen Regionen über ein professionelles Energiemanagement.“

Öffnungszeiten im Supermarkt nur bis 20 Uhr? Auch bei Edeka kein Thema

Edeka ist ein genossenschaftlicher Verbund, der nach Unternehmensangaben von rund 3.500 selbstständigen Kaufleuten und sieben regionalen Großhandlungen getragen wird. Da diese Kaufleute selbstständig „über alle unternehmerischen Fragen“ entscheiden, lässt sich die Frage nach einer Verkürzung der Öffnungszeiten nicht pauschal beantworten, erklärte ein Sprecher.

Beim Edeka-Verband Rhein-Ruhr in NRW sei jedenfalls keine Verkürzung der Öffnungszeiten geplant, teilte eine Sprecherin mit. Zudem würden die Kauflaufe ihre Märkte regelmäßig auf den Prüfstand stellen, erklärt das Unternehmen: „So kommen bei Neu- und Umbauten in der Regel CO2-Kühlanlagen mit einem System zur Wärmerückgewinnung, energieeffiziente Heizanlagen, LED-Beleuchtung und Photovoltaikanlagen zum Einsatz.“

Verkürzte Öffnungszeiten würden ohnehin nicht bedeuten, „dass dann alle Energieverbrauche abgeschaltet sind. Ein großer Teil des Energiebedarfs für einen Supermarkt wird für die Kühlung benötigt, die zum Schutz der Lebensmittel aber rund um die Uhr laufen muss“, so ein Edeka-Sprecher.

Verkürzung der Öffnungszeiten: Kein Thema bei Kaufland

Bei der Supermarkt-Kette Kaufland gilt: Der Großteil der Filialen in Deutschland - da, wo es das Ladenöffnungsgesetz erlaubt - sind von Montag bis Samstag von 7 bis 22 Uhr geöffnet. Das werde auch so bleiben. Aktuell sei eine Verkürzung nicht geplant, erklärte ein Sprecher und verweist auf die Erwartungen der Kunden: „Dabei kommen die langen Öffnungszeiten insbesondere den Berufstätigen entgegen.“

Energieeffizient sei bei Kaufland, das künftig auch im Navi werben will, natürlich trotzdem ein Thema. In „nahezu allen Filialen“ habe das Unternehmen auf die stromsparende Beleuchtung mit LEDs umgestellt. Und „wo immer möglich, werden unsere Neubauten und Modernisierungen darüber hinaus mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet“.

Verkürzung der Öffnungszeiten: Das sagt Aldi

Aldi Nord unterstreicht ebenfalls, nicht erst seit Beginn der Ukraine-Krise zahlreiche Effizienzmaßnahmen umzusetzen und stetig Einsparpotenziale zu überprüfen. Unter anderem verzichtet der Discounter nach eigenen Angaben vorerst auf einige Beleuchtungselemente in den Backbereichen und Regalflächen. Dazu sollen ab Oktober mehr und mehr Kühlwandregale mit Türen ausgestattet werden, um die Energieeffizienz der Kühlmöbel zu erhöhen, teilte ein Sprecher mit.

Generell wolle Aldi Nord, wo demnächst alle Filialen radikal umgebaut werden, im Zuge grundsätzlich keine Maßnahmen zum Energiesparen kategorisch ausschließen - „auch nicht die Anpassung der Öffnungszeiten“, teilte ein Sprecher mit. Aktuell gebe es dafür jedoch noch keine konkreten Pläne bei Aldi Nord. Ähnlich sieht es bei Aldi Süd aus.

Viele Aldi-Filialen würden ohnehin schon um 20 Uhr schließen, sagte ein Sprecher dem Portal echo24.de. „Längere Öffnungszeiten bis 21 Uhr bieten wir nur in den Filialen an, in denen der Bedarf seitens der Verbraucher besteht.“

Verkürzung der Öffnungszeiten: Bei Lidl ebenfalls kein Thema

Aldi-Konkurrent Lidl plant aktuell ebenfalls nicht, die Öffnungszeiten der Filialen zu verkürzen. Der Discounter arbeite jedoch „in unseren Filialen, Logistiklagern und Verwaltungsstandorten an der Umsetzung der in der Energieeinsparverordnung geforderten Maßnahmen“, teilte das Unternehmen mit, das ebenso wie die Mitbewerber auch eine klare Aussage in puncto Maskenpflicht treffen, wie RUHR24 berichtet.

Und weiter: „Sofern technisch bereits möglich, sind seit dem 1. September die beleuchteten Werbeschilder im Außenbereich an Lidl-Filialen für den in der Verordnung vorgesehen Zeitraum von 22 bis 16 Uhr des folgenden Tages abgeschaltet. An den übrigen Filialen werden zurzeit die entsprechenden Vorbereitungen für die Abschaltung der beleuchteten Logos getroffen.“ 

In all den erwähnten Märkten gibt es Haferflocken. Während etwa Kaufland, Edeka und Lidl gut abgeschnitten haben, fällt das Öko-Test-Urteil für die Eigenmarken von Rewe und Aldi vernichtend aus.

Derweil könnte es einige Produkte bald gar nicht mehr in vielen Supermärkten und Discountern geben. Denn Rewe, Edeka, Penny und Netto befinden sich im Streit mit dem Hersteller Mars - es kommt zu einem Lieferstopp, wie heidelberg24.de berichtet. Doch hinter Mars befinden sich mehr Produkte als man denkt.

Während Supermärkte und Discounter an ihren Öffnungszeiten festhalten, fährt eine Möbelhauskette einen anderen Kurs: Denn Poco reagiert auf die Energiekrise und schließt zwei Drittel seiner Filialen früher.

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