Pfleiderer-Spitze räumt Fehler ein

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Ein Schild mit dem Schriftzug der Pfleiderer AG vor der Zentrale des Unternehmens in Neumarkt in der Oberpfalz.

Berlin - Mit einem Schuldeingeständnis der Unternehmensspitze hat am Donnerstag in Berlin die außerordentliche Hauptversammlung des hochverschuldeten Holzverarbeiters Pfleiderer begonnen.

“Wir haben bei der Expansion und Integration unserer nordamerikanischen Aktivitäten operativ keinen guten Job gemacht“, räumte Vorstandschef Hans Overdiek in Berlin mit Blick auf kostspielige Übernahmen in den USA kurz vor der dort einsetzenden Immobilien- und Finanzkrise ein. Zugleich verteidigte er aber den Expansionskurs. Dieser sei weiter richtig und notwendig, um Wachstum zu schaffen und neue Märkte für Pfleiderer zu erschließen.

Unter anderem der von Overdiek gefahrene Expansionskurs hatte dem Oberpfälzer Unternehmen 2010 einen Verlust von 345 Millionen Euro eingebrockt, der mehr als die Hälfte des Grundkapitals aufzehrte und Pfleiderer damit in Existenznöte brachte. Mitte März hatte der Konzern ein Sanierungskonzept mit seinem Gläubigern erstellt.

Es sieht allerdings einen Kapitalschnitt vor. Das bedeutet, dass Hedgefonds im Gegenzug für neue Millionenkredite die Mehrheit übernehmen. Die Altaktionäre haben das Nachsehen, ihre Anteile reduzieren sich dann auf ein bis zwei Prozent. Die außerordentliche Hauptversammlung war angesichts der hohen Verluste unverzüglich notwendig geworden. Da in München oder Frankfurt kurzfristig aber keine Räume gefunden wurden, wich das Unternehmen auf Berlin aus.

dpa

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