GM: Plan B für Scheitern von Opel-Verkauf

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GM könnte Opel bei Scheitern eines Verkaufs behalten. Fortschritte im Konflikt mit der EU um staatliche Finanzhilfen.

New York/Brüssel - Scheitert der Opel-Verkauf an Magna, will GM nach Medienberichten Opel behalten. Im Tauziehen um Staatshilfen für Opel sieht EU-Kommission ersten Fortschritt.

Angesichts der Bedenken der EU-Wettbewerbshüter gegen einen Opel-Verkauf an Magna schließt General Motors (GM) ein Scheitern des Geschäfts nicht aus. Für diesen Fall ist GM einem Zeitungsbericht zufolge bereits darauf vorbereitet, Opel doch zu behalten und selbst zu sanieren.

Allerdings würden nach diesem “Plan B“ weit mehr Stellen gestrichen als von Magna geplant, berichtete das “Wall Street Journal“ am Montag unter Berufung auf Insider. Nach den bisherigen Plänen soll der österreichisch-kanadische Zulieferer Magna mit dem russischen Partner Sberbank 55 Prozent am Autobauer Opel übernehmen. Die Belegschaft soll für Zugeständnisse zehn Prozent bekommen, GM will lediglich 35 Prozent behalten.

GM will nach dem „Plan B“ mindestens ein Werk in Deutschland schließen

General Motors würde dem Bericht zufolge zum Neustart von Opel die US-Regierung um weitere Finanzhilfen bitten oder die Tochter in eine geordnete Insolvenz schicken, um Altlasten abzuwerfen. Nach dem “Plan B“ für den Fall würden wohl einige tausend mehr Jobs gestrichen als von Magna geplant. Zudem würde mindestens ein Werk in Deutschland geschlossen oder verkauft, berichtete das Blatt.

Magna will in Europa rund 10 500 Stellen abbauen, davon etwa 4500 der rund 25 500 Stellen in Deutschland. Die vier deutschen Werke in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach will Magna erhalten. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hat schwere Bedenken gegen die von der Bundesregierung versprochenen Hilfen von 4,5 Milliarden Euro erhoben. Deutschland solle schriftlich zusichern, dass die Zusagen nicht nur an Magna als Investor gebunden sind.

Im Tauziehen um Staatshilfen für Opel sieht die EU-Kommission einen ersten Fortschritt. Die EU-Behörde habe Hinweise, dass die deutschen Behörden - wie von der Kommission gefordert - an General Motors und die Opel-Treuhand geschrieben haben. Darin habe Deutschland erläutert, dass die milliardenschweren Staatshilfen unabhängig vom Investor eingeräumt würden. Der Sprecher von EU- Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes sagte: “Der Ball ist nun im Feld der Unternehmen.“ Nun muss noch GM eine Erklärung in Brüssel abgeben. Die EU-Wettbewerbsprüfer gehen dem Verdacht nach, dass es unerlaubte Absprachen gegeben haben könnte. 

Fortschritte im Konflikt mit der EU

Trotz erheblicher Bedenken der EU-Kommission soll die Opel-Übernahme rasch abgeschlossen werden. Ein Vertragsabschluss zwischen Magna und dem bisherigen Mutterkonzern General Motors (GM) sei für diesen Mittwoch angestrebt, hieß es aus Verhandlungskreisen. Die Einigung sei “grundsätzlich möglich“. Als Voraussetzung gilt, dass die von Brüssel gewünschten Klarstellungen von GM und der Bundesregierung vorliegen. Auch die künftigen Mitbestimmungsrechte der Arbeitnehmer müssten bis dahin geklärt sein.

Nach den bisherigen Plänen soll Magna mit dem russischen Partner Sberbank 55 Prozent am Autobauer Opel übernehmen. Die Belegschaft soll für Zugeständnisse zehn Prozent bekommen, GM will lediglich 35 Prozent behalten. Am Montag dauerten die Verhandlungen zwischen GM, Magna, Opel und den Arbeitnehmern über die künftigen Mitbestimmungsrechte der Beschäftigten weiter an.

Magna will in Europa rund 10 500 Stellen abbauen, davon etwa 4500 der rund 25 500 Stellen in Deutschland. Die vier deutschen Werke in Rüsselsheim, Bochum, Kaiserslautern und Eisenach will Magna erhalten. EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes hatte schwere Bedenken gegen die von der Bundesregierung versprochenen Hilfen von 4,5 Milliarden Euro geäußert. Deutschland solle schriftlich zusichern, dass die Zusagen nicht nur an Magna als Investor gebunden sind.

dpa

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