Er hat eine klare Vision

"Zurück in den Laden bringen": Umweltexperte ruft zu Boykott auf, der wirklich alle betrifft

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Die EU kämpft gegen Plastik - bei Strohhalmen.

Plastikmüll sollte nicht in den gelben Sack, fordert Umweltexperte Michael Braungart. Nur wenn Kunden die Abfälle „massenhaft zurück in die Läden bringen“, entstünden umweltfreundliche Produkte und gute Kompostiersysteme für biologisch abbaubares Plastik.

Der international renommierte Umweltexperte Michael Braungart ruft zu einem „Boykott des Grünen Punktes“ auf. Sein Ziel dabei: die Hersteller von Kunststoffen zu einem umweltfreundlicheren Design ihrer Produkte zu zwingen. 

Michael Braungart: "Joghurtbecher nicht in den gelben Sack"

„Wir sollten alles ausgediente Plastik dorthin wieder zurückbringen, wo wir es eingekauft haben. Also Joghurtbecher nicht in den gelben Sack und Altkleider nicht in den Container werfen, sondern massenhaft zurück in den Laden bringen“, sagte er in einem Interview der Frankfurter Rundschau.

Er sei sich sicher, dass dann „schnell gesunde und umweltfreundliche Produkte entwickelt sowie Recycling- und Kompostiersysteme" für biologisch abbaubares Plastik eingerichtet würden, die ihren Namen verdienen“, sagte der Chemiker und Verfahrenstechniker.

Michael Braungart wurde unter anderem mit dem „Hero of the Planet Award“ des „Time Magazine“ ausgezeichnet.

Michael Braungart entwickelte ein Konzept für nachhaltiges Produktdesign

Braungart ist nicht irgendein Experte. Mit dem US-Architekten William McDonough entwickelte er in den 1990er Jahren mit „Cradle to Cradle“ (C2C, „Von der Wiege zur Wiege“) ein Konzept für nachhaltiges Produktdesign.

Er wurde unter anderem mit dem „Hero of the Planet Award“ des „Time Magazine“ ausgezeichnet. Er lehrt an den Universitäten in Lüneburg und Rotterdam und ist Geschäftsführer des Umweltinstituts EPEA in Hamburg.

Aufforderung zur konsequenten Entgiftung der Plastik-Produkte

Braungart fordert Industrie und Politik zu einer konsequenten Entgiftung der Plastik-Produkte auf. „In Kunststoffen werden heute insgesamt 600 problematische Stoffe eingesetzt, die EU hat gerade 64 davon verboten. Hier muss man ansetzen.“ 

Warum der Experte die EU-Plastitkstrategie so erfolgversprechend wie „Stühlerücken auf der Titanic“ hält und warum Autofahrer das meiste Plastik in die Umwelt schleudern, erklärt Braungart auf FR.de*.

Zuletzt bekam Aldi nach einem harmlosen Facebook-Post heftige Kritik von den Usern ab - Grund war Plastikmüll. Außerdem kündigte Aldi große Umstellungen an.

Auch Rewe befasst sich mit der Umweltthematik und will Einweggeschirr aus den Regalen verbannen.

*FR.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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