Porsche: Gescheiterte Fusion verhagelt Bilanz

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Martin Winterkorn (r), Vorstandsvorsitzender der Porsche Automobil Holding SE, und Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Porsche AG.

Stuttgart - Der ausgebremste Zusammenschluss mit VW verhagelt dem Porsche-Konzern die Bilanz. Knapp schrammte die Muttergesellschaft Porsche SE  im vergangenen Jahr an roten Zahlen vorbei.

Unter dem Strich verbuchte die Holding 2011 nur 59 Millionen Euro Gewinn, wie am Donnerstag bei der Pressekonferenz in Stuttgart mitgetielt wurde. Dabei hatten die Werte unter ihrem Dach - die Anteile an VW und der Porsche AG - 4,66 Milliarden Euro in die Kasse der Schwaben gespült.

Auslöser sind Bilanzvorschriften, die die verzögerten Ehe mit Volkswagen für die Porsche-Holding buchhalterisch negativ einpreisen. Das heißt aber nicht, dass bei der SE tatsächlich viel Geld verbrannt wird.

Investoren haben viel Geld verloren

Hintergrund ist das Scheitern der ursprünglich geplanten Fusion mit VW im vergangenen Jahr. Die Verschmelzung war lange das Ziel gewesen, nachdem die Porsche SE 2009 spektakulär damit gescheitert war, den Autoriesen aus Wolfsburg zu übernehmen. Bei den damaligen Kursturbulenzen verloren Investoren viel Geld. In der Folge hagelte es Anlegerklagen. Wegen der damit verbundenen finanziellen Risiken wurde die Fusion abgeblasen. Beide Unternehmen suchen derzeit nach Alternativen, wie sie möglichst schnell zusammenfinden können.

Für die Porsche SE ist dieser Zustand belastend. Als Konsequenz aus dem Übernahmedebakel halten die Schwaben zwar hauchdünn die Mehrheit der VW-Stammaktien, waren aber nach ihren Finanzgeschäften für den riskanten Griff nach der Macht damals derart angeschlagen, dass sie den Wolfsburger Konzern als Retter akzeptieren mussten.

Der neue Porsche Boxster

Der neue Porsche Boxster

Um die 11,4 Milliarden Euro Schulden der SE abzutragen, holte sich VW Ende 2009 für 3,9 Milliarden Euro knapp die Hälfte der Porsche AG, in der das Sportwagengeschäft des Stuttgarter Konzerns läuft. Für die zweite Hälfte regelten die beiden Seiten Kauf- und Verkaufsoptionen. Diese Optionen müssen nun jeweils zu Stichtagen nach einheitlichen Bilanzierungsregeln bewertet werden. Für die VW-Bücher ist es dabei positiv, dass sie die hochprofitable Porsche AG ganz unter ihr Dach holen könnten. Für die Mutter SE ist der drohende Verlust negativ.

dpa

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