Puma-Zulieferer: Unternehmen spricht von Ausnahme

Herzogenaurach - Die Arbeitsbedingungen in einer Zulieferfirma mit Dumpinglöhnen in El Salvador sind nach Angaben des Sportartikelherstellers Puma eine Ausnahme.

Die Firma sei auch nicht als Zulieferer autorisiert gewesen, sagte ein Puma-Sprecher am Montag in Herzogenaurach. Ein offizieller Vertragspartner habe dem Betrieb für den Zeitraum von April bis Juni einen Auftrag für rund 50.000 Produkte weitergereicht. Dieser sei inzwischen gestoppt worden.

Der „Spiegel“ hatte zuvor von Verbrennungen durch offene Kabel, verdrecktem Trinkwasser und extremem Arbeitsdruck in der Fabrik berichtet. Auch der gesetzliche Mindestlohn von 203 Dollar (146 Euro) soll nicht eingehalten worden sein. Puma bestätigte die Vorwürfe.

Die weltweiten Arbeitsbedingungen in der Textilbranche stehen derzeit generell im Fokus, nachdem in den vergangenen Tagen verschiedentlich neue Vorwürfe laut geworden waren. Die Christliche Initiative Romero erklärte, Zulieferer der Bekleidungsindustrie griffen zunehmend auf noch billigere Sublieferanten zurück - so entstehe ein Zwei-Klassen-System in der Produktion: „Nur die Billigsten können im Kampf um Aufträge mithalten.“ Puma hingegen betonte, die große Masse der Zulieferer habe in den vergangenen Jahren in die Infrastruktur sowie in Umwelt- und Sozialstandards investiert.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa

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