Russlands Notenbank senkt Leitzins überraschend

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Die überraschende Zinssenkung setzte den Rubelkurs erneut stark unter Druck. Foto: Jens Büttner/Archiv

Moskau - Trotz des massiven Rubelverfalls der vergangenen Monate hat die russische Zentralbank den Leitzins überraschend um 2 Prozentpunkte auf 15 Prozent gesenkt.

Der niedrigere Zinssatz mache Kredite für die krisengebeutelten Unternehmen billiger, sagte Notenbankchefin Elvira Nabiullina Agenturen zufolge. Der Schritt soll die von einer Rezession bedrohte Wirtschaft stärken. Finanzminister Anton Siluanow meinte, die Lage auf dem Devisenmarkt habe sich beruhigt, die Zentralbank habe die Situation im Griff.

Die überraschende Zinssenkung setzte den Rubelkurs erneut stark unter Druck. Im Nachmittagshandel kletterte der Euro deswegen zwischenzeitlich auf 81,5 Rubel. Die russischen Währungshüter hatten den Leitzins im Dezember um 6,5 Punkte auf 17 Prozent stark erhöht, um den rasanten Rubelverfall zu stoppen und die Inflation zu bremsen. 2014 hatte die russische Währung - verstärkt vom niedrigen Ölpreis - mehr als 50 Prozent ihres Wertes im Vergleich zum Dollar und Euro verloren.

Russlands Wirtschaftsausblick ist düster: Vizeregierungschef Igor Schuwalow warnte im Parlament, 2015 werde äußerst hart. Experten rechnen mit einer Inflation über zehn Prozent und einer Rezession. Die Regierung kündigte massive Einsparungen an.

Zentralbank (Russisch)

Moskauer Börse

dpa

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