Sicherheitslücke

Hacker konnten Pakete von DHL-Pack-Stationen kapern

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DHL hat die Schwachstelle in der Smartphone-App "DHL Paket" inzwischen geschlossen. 

Hannover - Nicht beim Online-Banking, auch beim Paketversand werden TANs benutzt. Und auch dort sind sie nicht vor Cyber-Angriffen sicher, wie DHL jetzt bestätigt. 

Kriminelle hätten sich mit wenig Aufwand durch eine Sicherheitslücke Zugang zu Packstationen von DHL verschaffen können. Das berichtet die Computerzeitschrift "c't". Danach hätten Unbefugte hätten zum Beispiel fremde Pakete kapern oder auch illegal Drogen auf fremde Namen liefern lassen können. DHL hat die Schwachstelle in der Smartphone-App "DHL Paket" inzwischen geschlossen. Kern des Problems war demnach die vierstellige mTAN, die DHL seit Juni nicht nur per SMS, sondern auch über eine entsprechende App an die Kunden geschickt hatte.

Während die Übertragung per SMS als sicher gilt, war die Übertragung der vierstelligen Nummer über die App vergleichsweise einfach abzufangen, da man dafür nur das Login für das DHL-Konto benötigte. "Online-Ganoven, die im Besitz fremder Zugangsdaten waren, kamen auf diese Weise komfortabel an die mTAN", berichtet Heise-Redakteur Roland Eikenberg. Für die zusätzlich benötigte Kundenkarte würden "Kriminelle seit Jahren technisch perfekte Karten-Klone" mit wenig Aufwand produzieren und zum Kauf anbieten.

"Heise online" sei von einem Sicherheitsexperten über die Lücke informiert worden. Die Redakteure konnten die Schwachstelle ohne Probleme bestätigen und informierten daraufhin DHL. Nachdem herauskam, dass in Untergrund-Foren ein Werkzeug zum Ausnutzen der Lücke zum Kauf angeboten wurde, habe DHL die Übertragung der mTAN per App wieder abgestellt, hieß es.

"Wir haben die Push-Funktion für die mTAN in der App derzeit deaktiviert", bestätigte eine DHL-Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur. Man werde die Funktion technisch weiter optimieren, ehe sie wieder in Betrieb genommen wird. Bei Sicherheitschecks habe es keine Hinweise darauf gegeben, dass die mTAN-Übertragung in der App von Kriminellen ausgenutzt worden sei.

dpa

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