Siemens erwartet robustes Wachstum

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Der Siemens-Schriftzug, aufgenommen vor der Fassade des Siemens-Forums in München.

München - Siemens ist stark ins Jahr gestartet. Für die zweite Hälfte des laufenden Geschäftsjahres dämpft der Konzern allerdings die Erwartungen ein wenig. Dennoch erwartet das Münchner Unternehmen, dass es vor allem in eine Richtung geht: aufwärts.

Siemens hat nach einem rasanten Start ins Jahr die Erwartungen für die kommenden Monate ein klein wenig gedämpft. Der Münchner Technologiekonzern rechnet aber damit, dass sich die weltweite Erholung der Wirtschaft trotz der Krise etwa in Libyen oder der Katastrophe in Japan fortsetzen wird. Siemens hatte sich jüngst einen weiteren umfassenden Umbau des Konzerns verordnet und will unter anderem die traditionsreiche Lichttochter Osram an die Börse bringen.

Im zweiten Viertel des laufenden Geschäftsjahres legte Siemens kräftig zu - bei Auftragseingang, Umsatz und Gewinn. “Wie erwartet haben wir im zweiten Quartal erneut ein robustes Wachstum gezeigt. Ich gehe aber davon aus, dass sich das Wachstum in der zweiten Jahreshälfte beruhigen wird“, sagte Finanzvorstand Joe Kaeser am Dienstag bei einer Analysten-Konferenz. Die endgültigen Zahlen will Siemens am 4. Mai vorlegen und dann voraussichtlich auch den Ausblick für das gesamte Jahr präzisieren.

Der Umsatz dürfte zwischen Januar und März der aktuellen Einschätzung zufolge über dem Wert des Vorjahresquartals von rund 16,5 Milliarden Euro liegen. Nach Steuern werde der Gewinn ebenfalls den Vorjahreswert von rund 1,4 Milliarden Euro übersteigen, die Rekordmarke des ersten Quartals von knapp 1,9 Milliarden Euro aber verfehlen. An der Börse kamen die Zahlen weniger gut an: Die Aktie verlor bis zum Nachmittag etwa 2,3 Prozent. Osram und die an die französischen Atos Origin verkaufte IT-Sparte SIS sind bereits aus den Zahlen herausgerechnet.

Wer ist im DAX?

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Grund für den leichten Gewinnrückgang im Vergleich zum ersten Quartal seien je nach Sektor beispielsweise saisonale Gründe, aber auch die wachsenden Investitionen etwa in den Ausbau von erneuerbaren Energien, sagte Kaeser. Die Auftragsbücher des Konzerns sind prall gefüllt. Neben der kräftig wachsenden Nachfrage aus der Industrie nach Automatisierungslösungen wuchsen auch die Aufträge für neue Kraftwerke oder den Ausbau von Stromnetzen deutlich.

Allerdings sind in die Gewinnprognose die erwarteten Einnahmen aus der Trennung von der Beteiligung am Gemeinschaftsunternehmen mit dem französischen Atomkonzern Areva noch nicht eingerechnet. Vom Ende der Zusammenarbeit mit den Franzosen erwarteten sich die Münchner einen “deutlich positiven Ergebnisbeitrag“, sagte Kaeser. Gutachter hatten den Wert der Siemens-Anteile an dem Joint Venture auf rund 1,62 Milliarden Euro beziffert.

Siemens hatte 2009 seinen Rückzug aus dem Gemeinschaftsunternehmen mit Areva angekündigt und will seinen Anteil von 34 Prozent an Areva verkaufen. Um sich über die Trennungsmodalitäten zu einigen, wurde ein Schiedsverfahren eröffnet, denn beide Partner werfen sich einen Bruch der Vertragsbedingungen vor. Die Entscheidung des Schiedsgerichts erwartet Siemens in diesem Frühjahr.

Nach den Umbauten der vergangenen Jahre will Siemens in diesem Jahr erneut seine Struktur verändern und mittelfristig die 100-Milliarden-Euro-Marke beim Umsatz knacken. Unter anderem kommt das Lichtgeschäft Osram in diesem Jahr an die Börse. Dazu will der Konzern einen neuen Sektor schaffen, der unter dem Namen “Infrastructure & Cities“ Lösungen für die weltweit stark wachsenden Städte erarbeiten soll. Die Sparte wird künftig 81 000 Mitarbeiter beschäftigen und einen Umsatz von 16,5 Milliarden Euro erreichen.

dpa

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