Staatsanwaltschaft erhebt Anklage im Fall Ferrostaal

Düsseldorf/München - Im Skandal um Schmiergeldzahlungen des Industriedienstleisters Ferrostaal hat die Staatsanwaltschaft München Anklage gegen zwei Ex-Mitarbeiter des Unternehmens erhoben.

Diesen wird vorgeworfen, den Verkauf von U-Booten an Griechenland mit illegalen Zahlungen angeschoben zu haben, wie das "Handelsblatt" (Montag) berichtet. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft München I sagte der Nachrichtenagentur dpa am Sonntag: "Es gibt eine erste Anklage im Ferrostaal-Komplex." Außerdem liefen die Ermittlungen gegen "mehrere Personen" weiter.

Die Sprecherin bestätigte Informationen des Blattes, wonach ein Einigungsversuch zwischen der Staatsanwaltschaft und Ferrostaal mit Sitz in Essen gescheitert ist. Ferrostaal sieht sich nach Informationen der Zeitung nicht in der Lage, ein von der Anklagebehörde gefordertes Bußgeld über 196 Millionen Euro zu zahlen. Die Staatsanwaltschaft will an diesem Montag weitere Informationen zu dem Fall bekanntgeben.

Ferrostaal war bis März 2009 Tochter des Nutzfahrzeugekonzerns MAN aus München, der heute noch 30 Prozent hält. Die möglichen Korruptionsdelikte fallen in jene Zeit, als der Lastwagen- und Bus-Konzern Alleininhaber von Ferrostaal war.

dpa

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