Stiftung Warentest sieht Datenmissbrauch bei Postbank

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Laut Stiftung Warentest missbraucht die Postbank Kundendaten.

Berlin/Bonn - Nach dem missbräuchlichen Umgang mit sensiblen Daten bei Bahn und Telekom wird nun auch die Deutsche Postbank mit einen Datenskandal in Verbindung gebracht.

Das Institut gewähre Tausenden von freien Handelsvertretern Einblick in Millionen Girokonten ihrer Kunden, berichtete die Stiftung Warentest am Montag in Berlin. Mit der Weitergabe dieser Daten verstoße die Bank systematisch gegen Datenschutzbestimmungen. Dem widersprach die Postbank in Bonn. Das in der Praxis angewandte Verfahren sei in der Vergangenheit nicht beanstandet worden, hieß es. Die Weitergabe von Kunden- und Kontodaten an die mobilen Handelsvertreter der Postbank Finanzberatung geschehe “anlassbezogen unter strengster Beachtung der datenschutzrechtlichen Bestimmungen“. “Dafür ist keine gesonderte Einwilligung des Kunden erforderlich, da die Datenerhebung, Verarbeitung und Nutzung im Rahmen der Vertragsbeziehung erfolgt“, hieß es in der Stellungnahme der Bank.

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Bericht: Postbank verstößt systematisch gegen Datenschutz

Die Finanzberater dürften die ihnen für die Erledigung ihrer Aufgaben bekanntgewordenen Daten ausschließlich zu diesem Zweck verarbeiten und nutzen. Eine anderweitige Verarbeitung und Nutzung - auch für eigene Zwecke - sei vertraglich ausdrücklich ausgeschlossen. Der Zugriff auf die Kontodaten sei zudem technisch durch ein Zugriffs- und Berechtigungskonzept geregelt. Die Finanzberater erhielten nur die Zugriffe, die sie für die Erledigung ihrer Aufgaben auch benötigten, “ein genereller Datendownload von Kundendaten ist technisch ausgeschlossen“.

Bei hohem Geldeingang Produkte verkaufen

In der Zeitschrift “Finanztest“ der Stiftung Warentest hieß es, um auf die Daten der Girokonten zugreifen zu können, brauchten die Vertreter lediglich den Namen und das Geburtsdatum von Kunden in eine Unternehmensdatenbank einzugeben. Dann können sie nicht nur sehen, wie viel Geld ein Kunde auf dem Konto habe, sondern hätten ebenso Einsicht in alle Kontobewegungen. Bei den Vertretern handelt es sich laut Stiftung Warentest um etwa 4000 freie Mitarbeiter der Postbank Finanzberatung AG. Das 2006 gegründete Vertriebsunternehmen verkauft Produkte der Postbank und der BHW Bausparkasse.

Wie die Stiftung berichtete, sollen die Daten laut interner Postbank-Anweisung den freien Vertretern bei ihrer Arbeit helfen. Sobald ein höherer Geldbetrag auf einem Konto eingeht, könnten die Berater den Kunden anrufen, um Geldanlagen zu verkaufen. “Finanztest“ liegen nach eigenen Angaben Kontodaten und Briefwechsel zahlreicher Personen aus dieser Datenbank vor. Darunter seien auch Prominente. Wenn es zu diesen Verstößen gekommen sei, werde sie entschieden dagegen vorgehen und unmittelbar strafrechtliche Schritte ergreifen, kündigte die Postbank an. Damit hätten Finanzberater gegen geltendes Recht und auch gegen ihren entsprechenden Vertrag mit der Postbank Finanzberatung AG verstoßen.

Nur ein Datenskandal mehr

Treffen die Vorwürfe zu, reiht sich der Fall ein in eine Folge von Datenskandalen bei aktuellen oder früheren Staatsunternehmen. Anfang des Jahres war bekanntgeworden, dass die Bahn seit 1998 insgesamt dreimal persönliche Daten ihrer Mitarbeiter mit den Daten von Lieferfirmen abgeglichen hatte, um Korruption aufzudecken. Vor einem Jahr waren bei der Deutschen Telekom 17 Millionen Handy-Nummern und Kundendaten in falsche Hände gelangt. Erst Monate zuvor war bekanntgeworden, dass der Konzern in den Jahren 2005 und 2006 Telefondaten von Managern und Aufsichtsräten zu Journalisten ausgespäht hat. [Deutsche Postbank AG]: Friedrich-Ebert-Allee 114-126, Bonn dpa wä br bf yynwk z2 gö

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