Milliardenverlust

Studie: Im Handel wird mehr geklaut

Ein Detektiv einer Sicherheitsfirma demonstriert, wie Ladendiebe mit Hilfe eines präparierten Koffers die Sicherungsetiketten an der Ware überlisten können. Foto: Boris Roessler/dpa
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Ein Detektiv einer Sicherheitsfirma demonstriert, wie Ladendiebe mit Hilfe eines präparierten Koffers die Sicherungsetiketten an der Ware überlisten können. Foto: Boris Roessler/dpa

Rund zwei Drittel der Umsatzverluste durch Diebstähle gehen auf das Konto von Kunden. Der Rest kommt durch kriminelle Mitarbeitende oder Lieferanten zustande.

Köln (dpa) - Im deutschen Einzelhandel sind im vergangenen Jahr Waren im Wert von 3,75 Milliarden Euro gestohlen worden. Damit wurde erneut mehr geklaut als im Jahr zuvor, wie aus einer Studie des Kölner Handelsforschungsinstituts EHI hervorgeht.

Rechnet man noch Organisationsfehler wie falsche Preisschilder mit in die Diebstahlverluste ein, entgingen dem Handel 2019 rund 4,4 Milliarden Euro - und damit rund fünf Prozent mehr als im Vorjahr.

"Rein statistisch gesehen wird durch jede Person in Deutschland ein Warenwert von knapp 30 Euro pro Jahr gestohlen", sagte der EHI-Experte Frank Horst laut einer Mitteilung.

Dem Handel entgeht durch die Defizite rund ein Prozent seines Umsatzes. Ausgaben zur Sicherung und Diebstahlprävention eingerechnet sind es rund 1,3 Prozent. Auch den Staat kommen die Diebe teuer zu stehen: Ihm entgehen rund 510 Millionen Euro im Jahr, weil Mehrwertsteuereinnahmen für die gestohlenen Waren fehlen.

Laut polizeilicher Kriminalitätsstatistik sind die angezeigten Ladendiebstähle im vergangenen Jahr hingegen um rund vier Prozent zurückgegangen. Laut der Statistik sind einfache Ladendiebstähle seit Jahren rückläufig, während schwere Diebstähle deutlich zugenommen haben. Allerdings geht man von einer Dunkelziffer von mehr als 98 Prozent aus.

© dpa-infocom, dpa:200728-99-951760/3

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