Neue Runde, alte Forderung

Tarifverhandlungen im Einzelhandel vertagt

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Verdi fordert für die Beschäftigten im Einzelhandel 6,5 Prozent mehr Lohn. Foto: Christophe Gateau

Korntal-Münchingen (dpa) - Die Verhandlungen in der Tarifrunde für den Einzelhandel in Baden-Württemberg sind ohne Ergebnis vertagt worden.

Es habe keine Annäherung gegeben, sagte ein Sprecher der Gewerkschaft Verdi. Die Arbeitgeber wiesen die Forderungen der Gewerkschaft als unangemessen zurück.

"Wenn man die Entwicklung unserer Branche betrachtet und die chronisch schwachen Margen in Kombination mit hohen Investitionsanforderungen im stationären Handel im Auge hat – nicht zu vergessen die Umsatzverluste durch den stärker werdenden Internet-Handel – dann sind diese Forderungen überzogen und unverantwortlich", sagte der Verhandlungsführer des Handelsverbands, Philip Merten, nach den Gesprächen.

Die Gewerkschaft Verdi fordert in Baden-Württemberg wie in vielen andern Bundesländern eine Erhöhung der Löhne und Gehälter um 6,5 Prozent. Außerdem soll das tarifliche Mindesteinkommen bei mindestens 2100 Euro festgelegt werden. Ein zentrales Anliegen von Verdi ist es, die Allgemeinverbindlichkeit wiederherzustellen. Übersetzt heißt das, dass die Tarifverträge verpflichtend für alle Arbeitgeber einer Branche gelten.

Anfang der 2000er Jahre war die Allgemeinverbindlichkeit im Einzelhandel von Arbeitgeberseite aufgekündigt worden. Seitdem halten sich laut Verdi immer weniger Händler freiwillig an den Tarifvertrag.

In Baden-Württemberg betrifft die Verhandlung rund 490.000 Beschäftigte, bundesweit sind es laut Verdi 3,1 Millionen. Im Südwesten gehen die Verhandlungen am 6. Mai in Böblingen weiter. Am Donnerstag starten die Gespräche in Nordrhein-Westfalen.

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